Deutsche Post erhöht Dividende: Corona-Folgen nicht absehbar

Während aktuell Coronavirus und Streetscooter-Aus den Konzern in Atem halten, lief es 2019 noch vergleichsweise rund. Für das laufende Jahr ist die Deutsche Post sehr vorsichtig.

10.03.2020, 07:50 Uhr / Lesedauer: 1 min

Zumindest für den Moment können die Aktionäre der Deutschen Post nach turbulenten Wochen einmal durchatmen: Der Konzerngewinn fiel 2019 höher aus als im Vorjahr, und die Aktionäre sollen eine höhere Dividende erhalten als erwartet. Doch die Aussichten für 2020 bleiben wegen der Corona-Krise höchst unsicher. Die Folgen des Virus für den Gewinn der Post in diesem Jahr wagte die Führung des Dax-Konzerns am Dienstag noch nicht zu beziffern.

Immerhin 2019 ging es für die Post aufwärts. Nun will der Konzern seinen Anteilseignern 1,25 Euro je Aktie zahlen und damit 10 Cent mehr als ein Jahr zuvor. Das Konzernergebnis legte im vergangenen Jahr um gut 26 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro zu. Der Umsatz stieg - wie bereits bekannt - um knapp drei Prozent auf 63,3 Milliarden Euro.

Trotz eines schwierigen wirtschaftlichen Umfelds mit Brexit und Handelsstreit sei es gelungen, in allen Sparten zu wachsen, erklärte Post-Chef Frank Appel. Die Nachrichten gaben der Aktie am Dienstag etwas Auftrieb, nachdem sie seit der Zuspitzung der Coronavirus-Lage in Italien fast 30 Prozent verloren hatte.

Während das abgelaufene Jahr Anlass zur Hoffnung gab, sieht der Blick in die Zukunft weniger rosig aus: Das neuartige Coronavirus belastet das Geschäft des Konzerns, weshalb das Management bereits Ende Februar praktisch sein Ziel kassiert hatte, im laufenden Jahr einen operativen Gewinn (Ebit) von mindestens 5 Milliarden Euro zu erzielen. Dazu verursacht das Aus für den Elektrolieferwagen Streetscooter in diesem Jahr zusätzliche Kosten in Höhe von 300 bis 400 Millionen Euro.

Das Coronavirus wirke sich vor allem auf die beiden DHL-Sparten Fracht und Express aus, die zusammen rund 50 Prozent des Umsatzes ausmachen, hieß es. Die Segmente Post & Paket Deutschland, Lieferkettenlogistik und E-Commerce seien nur marginal betroffen. Die Folgen der Krankheit seien derzeit schwer abzuschätzen.

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