Der größte Brand in der Nachkriegsgeschichte von Werne

dzSpektakuläre Einsätze der Feuerwehr

Geht es um Erinnerungen an Großbrände in Werne, fällt nicht nur den Werner Feuerwehrleuten sofort der Brand bei Klingele ein. Das war im Jahr 1987.

Werne

, 03.09.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Drei Tage lang waren Feuerwehrleute aus dem gesamten Umkreis im Jahr 1987 von Freitagmorgen, 4. Dezember, bis Sonntagabend, 6. Dezember, im Einsatz, um den Brand beim Kartonagen-Hersteller Klingele zu bekämpfen.

„Damals war noch Heinrich Telgmann Leiter der Feuerwehr“, weiß der amtierende Feuerwehrchef Thomas Temmann, für den der Klingele-Brand der erste große Einsatz als junger Feuerwehrmann war. Bei Schweißarbeiten in einer Lagerhalle waren Papierrollen in Brand geraten und sorgten für den bis heute größten Brand in der Werner Nachkriegsgeschichte.

Temperaturen bis zu 1500 Grad

Temperaturen bis zu 1500 Grad ließen das Dach tragende Stahlträger wie Strohhalme knicken. Zwei Lagerhallen und 2300 Tonnen Papier wurden vernichtet. Doch der Feuerwehr gelang es im tagelangen Kampf, ein Übergreifen der Flammen auf die Produktionshallen zu verhindern. „Wir haben damals die Papierrollen mit dem Radlader in die Lippe geworfen. Das würde man heute nicht mehr machen, viel zu gefährlich“, sagt Temmann.

Doch damals konnte so die Existenz des Unternehmens trotz eines Vier-Millionen-D-Mark-Schadens gesichert werden und alle damaligen 195 Arbeitsplätze erhalten bleiben. Tatsächlich vermeldete die Feuerwehr am Sonntag, 6. Dezember, um 22 Uhr das Einsatzende, die Firma Klingele am Montag, 7. Dezember, um 15.45 Uhr die Produktionsaufnahme.

Süßigkeiten in den Stiefeln

So viel Einsatz blieb auch dem Heiligen Nikolaus wohl nicht verborgen, wie Temmann schmunzelnd verrät: „Der Einsatz lief ja noch an Nikolaus – und als wir morgens ins Gerätehaus kamen, um wieder zu übernehmen, steckten in all unseren Stiefeln Süßigkeiten.“

Bis heute hat der Klingele-Brand bei der Freiwilligen Feuerwehr Werne übrigens deutliche Spuren hinterlassen: Wegen des Brandes musste der eigentlich an diesem 1987-er-Dezember-Wochenende geplante Kameradschaftsabend der Freiwilligen Feuerwehr Werne in den Januar verschoben werden – und weil das allen zeitlich viel besser passte, findet er seither immer zum Jahresbeginn statt und nicht mehr am Jahresende.
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