Deichmann verteidigt Aussetzung der Mietzahlung

Deutschlands größter Schuhhändler Deichmann hat seine Entscheidung verteidigt, die Mietzahlung für seine 1500 Filialen in Deutschland vorläufig zu stoppen. „Wir haben nie gesagt, dass wir keine Mieten mehr zahlen. Wir haben unsere Vermieter gebeten, unser Mieten zu stunden“, sagte der Konzernchef und Eigentümer Heinrich Deichmann am Montag in Essen der Deutschen Presse-Agentur.

30.03.2020, 15:20 Uhr / Lesedauer: 1 min
Deichmann hat seine Entscheidung verteidigt, die Mietzahlung für seine Filialen vorläufig zu stoppen. Foto: Bernd Thissen/dpa/Archivbild

Deichmann hat seine Entscheidung verteidigt, die Mietzahlung für seine Filialen vorläufig zu stoppen. Foto: Bernd Thissen/dpa/Archivbild

„Falls ein Vermieter nicht in der Lage ist, eine Stundung wirtschaftlich zu verkraften, werden wir ihm helfen, und dann werden wir auch die Miete zahlen“, sagte Deichmann. Das Unternehmen befinde sich derzeit in Gesprächen mit den Betroffenen.

Der Unternehmer ließ allerdings auch keinen Zweifel daran, dass er angesichts der staatlich angeordneten Ladenschließungen Zugeständnisse der Vermieter erwartet. „Wir werden die Vermieter bitten, einen Teil der Mietschäden zu übernehmen“, sagte er.

Deichmann betonte, der Schuhhändler sei zwar grundsätzlich finanziell solide aufgestellt. Doch auch für ihn sei die Coronavirus-Krise eine Herausforderung. „Wir sind in 30 Ländern tätig. In 28 Ländern sind unsere Geschäfte geschlossen, und wir können überhaupt nicht absehen, wann diese Schließungen enden. Deshalb müssen wir versuchen, unsere Mitarbeiter und ihre Arbeitsplätze zu schützen.“

Der Online-Shop des Schuhhändlers verzeichne zwar leichte Umsatzzuwächse, doch könne dies die Umsatzeinbußen durch die Schließung der Läden nicht wettmachen. Denn der Anteil der Online-Umsätze bewege sich bei Deichmann lediglich im einstelligen Bereich.

Ob Deichmann einen Antrag auf Staatshilfe stellen müsse, hänge davon ab, wie lange die Krise anhalte. „Wenn wir am 20. April unsere Läden wieder öffnen können, wird das nicht notwendig sein. Aber wenn die Läden jetzt drei Monate geschlossen bleiben sollten, müssten wir auch darüber nachdenken“, sagte Deichmann.

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