Darum parkt eine Flugzeug-Turbine in einer Haus-Einfahrt in Werne

dzKurioses in Werne

Eine Flugzeug-Turbine in der Einfahrt eines Werner Einfamilienhauses? Was hat es damit auf sich? Wir haben nachgefragt und eine unglaubliche Antwort erhalten.

Werne

, 18.06.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Spaziergänger, die in den vergangenen Tagen an der wenig befahrenen Straße Am Hagen vorbei gekommen sind, werden sich vielleicht gewundert haben: In der Einfahrt eines Einfamilienhauses parkt eine Flugzeug-Turbine. Besser gesagt der vordere Teil einer solchen. Ein sogenannter Triebwerks-Einlass. Fest verschnürt auf einer Palette steht das ungewöhnliche Teil vor dem Garagentor.

Will hier jemand seinen eigenen Jet bauen? Nein, das natürlich nicht. Der Besitzer, Ingo Schnitger, hat damit etwas Besonderes vor. Dazu später. Zunächst einmal zu dem Teil selbst. Es sieht wie ein Original-Turbinenteil aus. Ist es das auch? „Ja“, sagt Ingo Schnitger (51), „es handelt sich um den Turbinen-Einlass eines Airbus A320.“

Der Werner Ingo Schnitger hat mit diesem vorderen Teil einer Flugzeugturbine etwas ganz Besonderes vor.

Der Werner Ingo Schnitger hat mit diesem vorderen Teil einer Flugzeugturbine etwas ganz Besonderes vor. © Jörg Heckenkamp

Der Airbus stammt aus dem Jahre 1997. Das Ersatzteil ist „auf jeden Fall nicht mehr flugfähig“, sagt Schnitger. Allerdings könne er nicht sagen, ob der Airbus noch im Dienst sei, der Einlass somit nur ein Tausch-Teil oder ob der Flieger mittlerweile abgewrackt ist.

Das spielt für die weitere Verwendung der nahezu kreisrunden Turbine im Hause Schnitger auch keine Rolle. Denn Ingo Schnitger hat mit dem Teil etwas ganz Besonderes vor: „Das soll ein Whirlpool werden.“ Eine zum Blasen-Becken umgebaute Fliegerturbine im eigenen Garten - das hat nicht jeder.

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Wie kommt man auf die Idee mit der Flugzeugturbine?

Und wie kommt man auf so etwas? Bei dem Werner liegt es nahe. Denn Ingo Schnitger hat beruflich viel mit der Luftfahrt zu tun. Er ist Geschäftsführer Deutschland der Firma Menzies Aviation, die Passagierabfertigungen für viele Fluggesellschaft organisiert. Außerdem hat er noch ein eigenes Unternehmen DHS, das sich ebenfalls mit Passagier-Abfertigung, aber auch mit Kofferverlust von Fluggästen befasst.

Jeder kann sich Flugzeugteile bestellen

„Insofern wusste ich natürlich, wo ich nach solchen Teilen suchen musste“, sagt er auf Anfrage der Redaktion. Aber prinzipiell könne sich jeder solche Flugzeugteile zulegen. Spezialisierte Firmen böten sie ganz normal zum Kauf an. Apropos Kauf: Was kostet so ein ausrangierter Triebwerks-Einlass? „Mit 500 Pfund sind Sie dabei“, sagt er. Pfund deshalb, weil die Firma aus England kommt.

Und wie geht‘s nun weiter? Wer baut das Flieger-Teil zum Sprudel-Becken um? „Das will ich selbst machen“, sagt Ingo Schnitger. Aber gemach, er will sich mit dem Projekt Zeit lassen. Übrigens: Sooooo einmalig sei die Idee nicht. Wer in der Suchmaschine Flugmobiliar und Whirlpool eingebe, fände dazu Anregungen.

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