Covid-Zentrum dicht: Wohin bei Corona-Verdacht am Wochenende in Lünen?

dzCoronavirus

Das Covid-Behandlungszentrum ist geschlossen. Patienten mit Corona-Verdacht sollen sich an niedergelassene Ärzte wenden. Doch wer hilft am Wochenende? Die Antwort ist nicht eindeutig.

Lünen

, 09.06.2020, 11:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bis Freitag (5.6.) konnten sich Patienten mit Corona-Symptomen an das Covid-Behandlungszentrum der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) an der Altstadtstraße 23 wenden. Zwei Monate lang wurden hier rund 1000 Patienten auf das Virus getestet. 58 davon waren positiv. Inzwischen seien die Praxen der niedergelassenen Ärzte so ausgestattet, dass auch sie Verdachtsfälle übernehmen können, argumentiert die KVWL. Das Covid-Zentrum wurde geschlossen.

Doch wohin können sich Menschen wenden, bei denen am Wochenende Corona-Symptome auftreten? Es sei im Moment nicht geplant, dass in der Praxis des ärztlichen Bereitschaftsdienstes Abstriche genommen würden, teilte Dr. Michael Funke, verantwortlich für den ärztlichen Notdienst, am Montag (8.6.) auf Anfrage mit. Die Praxis, die sich ebenfalls an der Altstadtstraße 23 befindet, allerdings auf der linken Seite des Krankenhauses, sei zurzeit als Anlaufstelle für Corona-Verdachtsfälle nicht vorgesehen. Funke äußerte die Hoffnung, dass die Notdienstpraxis bald wieder an ihren alten Standort ziehen könne. Der war dort, wo vorübergehend das Covid-Zentrum seine Adresse hatte. Da hätten die Patienten keine Probleme mit der Treppe.

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Es sei die Frage, wie dringend ein Abstrich am Wochenende gemacht werden müsse. Wer nicht sicher sei, könnte sich in Quarantäne begeben und am Montag nach telefonischer Voranmeldung und Terminvergabe den Hausarzt aufsuchen, so Funke. Oder es gäbe eine Regelung wie früher, als das Gesundheitsamt den Bereitschaftsdienst übernahm und Tests durchführte.

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Das weist man beim Kreis Unna weit von sich. „Die Kreisgesundheitsbehörde ist seinerzeit eingesprungen, weil die KV etwas länger brauchte, um die Teststellen zu organisieren“, erklärt Pressesprecherin Constanze Rauert. Die KV habe bekanntlich im Zusammenhang mit der Schließung der Teststellen mitgeteilt, dass niedergelassenen Ärzte nun gut ausgestattet seien und „die Tests problemlos übernehmen könnten/würden.“ Wie das an Wochenenden geregelt sei, sollten Ärzte oder KV wissen und klären können. „Die Gesundheitsbehörde richtet keinen Bereitschaftsdienst ein – dies ist ein Gerücht, das ich hiermit gerne auflöse“, so Rauert.

Seitens der Kassenärztlichen Vereinigung heißt es, wenn möglich sollten Patienten bis zum nächsten Werktag warten und dann zu ihrem Arzt gehen. Nur wenn es gar nicht anders ginge, sollten Verdachtsfälle den ärztlichen Bereitschaftsdienst aufsuchen. „Das sollten aber Ausnahmen bleiben“, erklärte eine Sprecherin. In jedem Fall müsse man sich vorher telefonisch anmelden, um die Infektion nicht zu verbreiten. Wer unsicher ist, sollte die zentrale Notdienstnummer 116 117 wählen. Dort würde beraten, wie vorzugehen sei.

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