Covestro schreibt zum Jahresstart noch Gewinn

Der Kunststoffspezialist Covestro bekommt die Coronavirus-Krise mit voller Wucht zu spüren. Der Stillstand in vielen Lebens- und Wirtschaftsbereichen machte dem Dax-Konzern zum Jahresstart zusätzlich zum ohnehin hohen Konkurrenzdruck das Leben schwer. Unter dem Strich stand im ersten Quartal ein Minigewinn von 20 Millionen Euro - fast 90 Prozent weniger als vor einem Jahr.

29.04.2020, 09:21 Uhr / Lesedauer: 1 min

Konzernchef Markus Steilemann bleibt skeptisch. „Wenn wir auf das zweite Quartal schauen, dann erwarten wir, dass sich die Krise noch stärker auswirken wird“, sagte er am Mittwoch der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. So ist das Geschäft mit der schon länger kriselnden Auto- sowie mit der Bauindustrie wichtig.

Eine konkrete Prognose für das zweite Quartal traut sich der Manager vorerst nicht zu. In Asien gebe es wieder eine Belebung, insbesondere in Teilen des Heimelektronikmarkts. „Die Leute kaufen Monitore, Kameras, VR-Brillen, Laptops.“ Zudem sei Polycarbonat-Hartplaste gerade als Gehäuse für Medizintechnik gefragt.

Den Ausblick für das Gesamtjahr hatte der Spezialchemiekonzern bereits Mitte April gekappt. Für 2020 wird seither ein Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 700 Millionen bis 1,2 Milliarden Euro in Aussicht gestellt.

Im abgelaufenen ersten Quartal sanken die verkauften Mengen im Kerngeschäft vor allem wegen eines Nachfrageeinbruchs in China um 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Da die Preise zusätzlich wegen des starken Wettbewerbs unter Druck standen, fiel der Umsatz mit minus 12,3 Prozent auf rund 2,8 Milliarden Euro noch stärker. Der operative Gewinn (Ebitda) brach in Folge niedriger Verkaufspreise um 42,5 Prozent auf 254 Millionen Euro ein.

Mit zusätzlichen Einsparungen will das Management gegensteuern. Zusätzlich zum bereits im Herbst 2018 gestarteten Effizienzprogramm wurde das Ziel für weitere kurzfristige Kosteneinsparungen um zusätzliche 100 Millionen Euro auf 300 Millionen Euro für das laufende Geschäftsjahr erhöht. Die laufenden Investitionen sollen um 200 Millionen auf 700 Millionen Euro sinken.

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