Kampf gegen Coronavirus: Wissenschaftler identifizieren mögliches Medikament

Coronavirus

Ein bereits bekanntes Medikament könnte im Kampf gegen das Coronavirus von Nutzen sein. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass es das Eindringen des Virus in die Lungenzellen blockiert.

Göttingen

05.03.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Deutsche Wissenschaftler haben möglicherweise ein Medikament identifiziert, das gegen das Coronavirus helfen soll.

Deutsche Wissenschaftler haben möglicherweise ein Medikament identifiziert, das gegen das Coronavirus helfen soll. © picture alliance/dpa

Deutsche Wissenschaftler haben einen möglichen Ansatzpunkt gefunden, um das neuartige Coronavirus zu bekämpfen. Dazu untersuchten die Forscher wie das SARS-CoV-2 in die Zellen eintritt. Das Team, dem unter anderem Wissenschaftler des Deutschen Primatenzentrums und der Charité in Berlin angehören, identifizierten so ein zelluläres Protein, das für das Eindringen des Virus in die Lungenzellen unverzichtbar ist, wie das Deutsche Primatenzentrum mitteilt. Dabei handelt es sich um die Protease TMPRSS2.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass SARS-CoV-2 die im menschlichen Körper vorhandene Protease TMPRSS2 benötigt, um in die Wirtszelle einzudringen“, sagte Stefan Pöhlmann, Leiter der Abteilung Infektionsbiologie am Deutschen Primatenzentrum, in einer Mitteilung.

Das Medikament ist bereits in Japan zugelassen

Damit habe man einen Ansatzpunkt zur Bekämpfung des Virus gefunden. Es gibt bereits ein Medikament, das dieses Enzym hemmt. Es könnte demnach eine erfolgsversprechende Behandlungsmöglichkeit darstellen, so die Wissenschaftler.

Das Medikament Camostat Mesilate sei in Japan zugelassen und werde bisher bei Entzündungen der Bauchspeicheldrüse eingesetzt, heißt es. In einem Test stellten die Wissenschaftler fest, dass es auch das Eindringen des Virus in Lungenzellen blockiert. „Unsere Ergebnisse legen nahe, dass Camostat Mesilate auch vor der Krankheit COVID-19 schützen könnte“, sagte Markus Hoffmann, Erstautor der Studie. Dies sollte nun im Rahmen von klinischen Studien untersucht werden.

RND