Coronavirus trifft Schulen in Werne hart: Keine Klassenfahrten und Fußballderby ohne Zuschauer

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Der Coronavirus hat auch drastische Auswirkungen an den Schulen in Werne: Mindestens bis zu den Osterferien finden keine Klassenfahrten statt. Und das Fußballderby findet ohne Öffentlichkeit statt.

Werne

, 13.03.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Mindestens bis zu den Osterferien, die am 6. April beginnen, finden keine Klassenfahrten oder Exkursionen für Werner Schüler statt. Aufgrund der Entwicklung des Coronavirus hat das Schulministerium Nordrhein-Westfalen eine entsprechende Anordnung herausgegeben. Das hat auch weitreichende Folgen für die Schulen in Werne. Die Liste an abgesagten Veranstaltungen, Klassenfahrten und Exkursionen wird immer länger.

In Risikogebiete wie etwa Südtirol geht es selbstredend nicht. Am Anne-Frank-Gymnasium wurden neben der Rom-Fahrt mit 20 Schülern eine Fahrt nach Trier sowie eintägige Exkursionen nach Bochum oder der Besuch der Physik-Masterclasses in Dortmund abgesagt.

Wie mit Klassenfahrten der Klassen 5 bis 8 im Mai umgegangen wird, müsse man kurzfristig entscheiden, teilt Schulleiter Marcel Damberg mit. Hier ginge es zwar nicht in Risikogebiete. Niemand könne aber einschätzen, wie sich die Situation rund um den Coronavirus weiterentwickelt.

Alle Beteiligten sind enttäuscht wegen den Absagen

„Einem Blick in die Glaskugel“, wie Damberg es formuliert, gleichen auch die Termine im Juni. Zwei Fahrten ins Europaparlament nach Brüssel und nach Xanten seien geplant. Ob diese stattfinden können, werde sich noch entscheiden müssen.

„Natürlich sind Lehrer und Schüler enttäuscht wegen den Absagen. Aber sie zeigen sich auch einsichtig. Denn gerade Veranstaltungen wie die Rom-Fahrt sind mit viel Arbeit im Vorfeld verbunden.“

Neuntklässler auf dem Weg von Werne nach Rom: Wie hier im Jahr 2016 können sich die Schüler in diesem Jahr nicht auf die Klassenfahrt in die italienische Hauptstadt freuen.

Neuntklässler auf dem Weg von Werne nach Rom: Wie hier im Jahr 2016 können sich die Schüler in diesem Jahr nicht auf die Klassenfahrt in die italienische Hauptstadt freuen. © Anna Mayr (A)

Neben den Fahrten hat Schulleiter Damberg kommende Veranstaltungen im Anne-Frank-Gymnasium abgesagt: der Musikabend (26. März) und Kinder-Uni (27. März). Ebenso Auslandspraktika in Großbritannien oder in die USA finden nicht statt.

Weitere Klassenfahrten auch in Deutschland stehen aktuell auf der Kippe. Bis zu den Sommerferien seien hier Fahrten geplant. „Warten wir es ab“, sagt Damberg zu jeder dieser geplanten Veranstaltungen.

Entscheidung vertagt

Auch am St.-Christophorus-Gymnasium (GSC) reagiert man auf die Vorgaben der Landesregierung mit dem Coronavirus. Hier werden ebenfalls alle Klassenfahrten in Krisenregionen bis zu den Sommerferien abgesagt. Davon betroffen ist auch die Rom-Fahrt über Pfingsten.

„Da für alle anderen Ziele im In- und Ausland zunächst eine Absage bis zu den Osterferien Vorgabe ist, vertagen wir die Entscheidung über unsere Wasserfahrt (Klasse 7) und die Paris-Exkursion (EF) auf Ende März“, teilt Schulleiter Thorsten Schröer mit.

Stornierungskosten übernimmt das Land

Bereits im Vorfeld hatte man sich dazu entschieden, die Schüleraustausche und die Reisen der „Welt:Klasse“ China und Kenia im laufenden Halbjahr abzusagen. „Wir arbeiten mit Hochdruck an möglichen Alternativterminen im Herbst“, heißt es weiter. Darüber hinaus sagten die Verantwortlichen Abendveranstaltungen im GSC bis zu den Osterferien ab.

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„Wir haben gar keine Handhabe anders zu entscheiden“, sagt Schröer mit Blick auf die Anordnung der Landesregierung. Das Land NRW übernimmt sämtliche Kosten für stornierte Klassenfahrten. Für die Rom-Fahrt mit etwa 45 Schülern seien dies etwa 2000 Euro, schätzt Schröer. „Jetzt können wir den Eltern sagen, dass sie sich gedulden müssen, bis sie ihr Geld zurückbekommen. Wichtig ist aber, dass sie nicht auf den Kosten sitzen bleiben müssen“, so der Schulleiter weiter.

Klassenfahrt gerade noch verschont geblieben

Er ist erleichtert, dass die Anordnung des Landes ihn erst am Mittwochabend, 11. März, erreichte. Zuvor seien Oberstufenschüler der Q2 noch zu ihrer dreitägigen Klassenfahrt nach Billerbeck aufgebrochen. „Diese Fahrt wäre storniert worden, wenn wir zuvor die Anordnung des Landes bekommen hätten“, sagt Schröer. Diese „identitätsstiftende“ Fahrt sei von hohem pädagogischen Interesse, ginge es doch darum, die Schulzeit zu reflektieren.

Die geplanten Fahrten nach Rom sagten die Verantwortlichen des St.-Christophorus-Gymnasiums und Anne-Frank-Gymnasiums ab.

Die geplanten Fahrten nach Rom sagten die Verantwortlichen des St.-Christophorus-Gymnasiums und Anne-Frank-Gymnasiums ab. © Privat

Von großer Bedeutung ist für viele Schüler der Oberstufe auch das Fußballspiel gegen die Schüler des Anne-Frank-Gymnasiums. Das Derby, das für Dienstag, 24. März, geplant ist, wird - Stand jetzt - unter Ausschluss der Öffentlichkeit steigen.

Der Tenor der beiden Schulleiter Schröer und Damberg: „Wir können keine große Veranstaltung für die Öffentlichkeit machen, wenn andere Veranstaltungen dieser Art abgesagt werden.“

Man werde kurzfristig entscheiden, ob und in welcher Form das Spiel stattfinden kann und wer als Zuschauer in die Halle darf. Auch eine Verlegung des Spiels steht zur Diskussion. Ein Nachholtermin sei dann erst im Mai oder Juni möglich. „Aber eigentlich wollen die Schüler gerne vor dem Abi-Stress das Derby spielen“, sagt Thorsten Schröer.

Klassenfahrt der Berufsschüler nach Südtirol geplatzt

An der Marga-Spiegel-Sekundarschule in Werne sind die Auswirkungen weniger spürbar. Denn: „In diesem Schuljahr haben wir sowieso keine Klassenfahrten mehr geplant“, erklärt Schulleiter Hubertus Steiner. Im Mai sei zwar eine Orientierungsfahrt der Zehntklässler nach Burg Gemen vorgesehen. Stand jetzt, werde diese auch mit 18 Schülern stattfinden, so Steiner weiter.

Am Werner Freiherr-vom-Stein-Berufskolleg wurde die Klassenfahrt vom 20. bis 28. März nach Natz in Südtirol selbstverständlich ebenfalls abgesagt. „Der Reiseveranstalter bemüht sich allerdings um einen alternativen Zielort für eine Schulfahrt in ein Skigebiet, das nicht zu den Risikogebieten gehört“, heißt es aus der Schulleitung. Die Fahrt nach Nauders (Tirol) sei für denselben Zeitraum bislang nicht gefährdet, teilt die Schulleitung mit.

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