Coronavirus: Stadt Werne kontrolliert ab Donnerstag Geschäfte und Jugendliche

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Zur Eindämmung des Coronavirus müssen viele Geschäfte in Werne ab Donnerstag geschlossen bleiben. Noch am Mittwochabend will die Stadt Geschäftsleute ansprechen, ab Donnerstag kontrollieren.

Werne

, 18.03.2020, 18:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Stadt Werne hat zur Eindämmung der Corona-Pandemie am Mittwoch, 18. 3. 2020, ihre sogenannte Allgemeinverfügung verschärft. Nur noch bestimmte Geschäfte und Einrichtungen dürfen unter bestimmen Auflagen geöffnet haben. „Wir werden ab Donnerstag die Einhaltung dieser Verfügung kontrollieren“, sagt Frank Gründken, Ordnungsdezernent und Leiter des Stabes für außergewöhnliche Ereignisse (Krisenstab), auf Anfrage der Redaktion.

Doch vor der Kontrolle setzt Gründken auf die Einsicht der Geschäftsleute. Noch am späten Mittwochnachmittag wollte er mit drei weiteren Mitarbeitern Geschäftsleute persönlich ansprechen „und freundlich auf die Schließungsverfügung hinweisen“, so Gründken.

Ab dem 19. März „werden wir Teams zusammenstellen, die das kontrollieren“, sagt Gründken. Dabei gehe es nicht alleine um Geschäftsleute oder sonstige Personen, die versuchten, die Anordnungen zu umgehen. Sondern auch „um neuralgische Punkte“, an denen sich gelangweilte Jugendliche versammelten. Sogenannte „Coronapartys“, zu denen in sozialen Netzwerken aufgerufen werde, seien unverantwortlich, sagt Gründken.

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Daher würden die Ordnungsbehörden gezielte die Stellen aufsuchen, an denen sich Jugendliche gerne versammeln. Etwa den Spielplatz am Horne-Center oder die Saline. „Wenn wir dort auf Gruppen von Jugendlichen stoßen, werden wir sie auffordern, nach Hause zu gehen“ Und damit meine man auch, in die häuslichen vier Wände.

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Doch nicht nur Jugendliche in Gruppen hat die Ordnungsbehörde auf dem Radar. Sondern auch die Menschen am anderen Ende der Lebensspanne. Denn immer wieder sind Grüppchen von Senioren zu sehen, die eng beieinander auf Bänken sitzen und die soziale Nestwärme genießen. Vom Corona-Sicherheitsabstand keine Spur.

Kopfschütteln über sorglose Senioren

„Da frage ich mich schon, wo die städtische Verantwortung endet und die Eigenverantwortung eines jeden anfängt“, sagt Gründken. Denn die ganzen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus dienten ja dazu, die Gruppe der besonders bedrohten Senioren und Menschen mit Vorerkrankungen möglichst zu schützen.

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Wenn er bei seinen Kontrollgängen auf solche Senioren-Cliquen in kuscheliger Gruppendynamik treffen würde, würde er sie auf jeden Fall ansprechen. „Man muss den älteren Menschen dann deutlich machen, dass wir genau sie schützen mit unseren Maßnahmen und sie selbst auch dazu etwas beitragen müssen.“

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