Coronavirus: Stadt Lünen richtet Stab ein - Knebel-Abend mit 760 Gästen abgesagt

Fragen und Antworten

Die Stadtverwaltung fordert alle Bürger auf, sich im Hinblick auf die Verbreitung des Coronavirus besonnen zu verhalten. Telefonnummern, Veranstaltungshinweise und weitere Infos gibt es hier.

Lünen

, 11.03.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 3 min
Ein Archivbild aus dem voll besetzten Hilpert-Theater. Die Veranstaltung mit Herbert Knebel am Freitagabend soll stattfinden.

Ein Archivbild aus dem voll besetzten Hilpert-Theater. Die Veranstaltung mit Herbert Knebel am Freitagabend soll stattfinden. © Beate Rottgardt (A)

In Lünen gibt es laut dem Kreisgesundheitsamt bisher keinen bestätigten Fall einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2. Es gibt ab dieser Woche einen Stab bei der Stadtverwaltung, bei dem die wichtigen Informationen zusammenlaufen. Dieser berät sich laut Stadtverwaltung regelmäßig, sprich täglich. Was Lüner Bürger jetzt wissen sollten, haben wir in den folgenden Fragen und Antworten zusammengefasst.

? Werden in Lünen Veranstaltungen abgesagt?

Ja. Alle weiteren Infos von Donnerstag (12. März) haben wir in einem eigenen Text zusammengefasst: „Coronavirus: Stadt sagt alle Veranstaltung im Hilpert-Theater bis Ostern ab

Laut Kreissprecher Max Rolke entscheiden die Ordnungsämter in enger Abstimmung mit dem Kreisgesundheitsamt.

Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann hatte am Dienstagnachmittag (10. März) die Absage von Veranstaltungen mit mehr als 1000 zu erwartenden Teilnehmern angeordnet. Allerdings, so Laumann, liege die Absage kleinerer Veranstaltungen in der Hand der Gesundheitsbehörden vor Ort.

? An wen können sich Bürger wenden, wenn sie glauben mit Corona infiziert zu sein?

Wer Anzeichen einer Erkältung mit Husten, Fieber und Atemnot hat und zusätzlich mit einer infizierten Person Kontakt hatte oder ein Risikogebiet (China, Südkorea, Italien, Iran, Landkreis Heinsberg und Grand Est in Frankreich) besucht hat, sollte zu Hause bleiben und telefonisch die nächsten Schritte mit dem Hausarzt abklären.

Wer unsicher ist, kann zusätzlich auch die Hotline des Landesgesundheitsministeriums, Tel. (0211) 91 19 10 01, anrufen. Auch der Kreis Unna hat ein Info-Telefon, Tel. (0800) 10 20 205, für allgemeine Fragen geschaltet. Es ist montags bis freitags von 10 bis 14 Uhr zu erreichen.

Für Menschen, die einen begründeten Verdacht haben, mit dem Coronavirus infiziert zu sein, hat das Gesundheitsamt im Kreishaus in Lünen eine zentrale Anlaufstelle zur Probenentnahme eingerichtet. Wer sich dort auf das Coronavirus testen lassen möchte, muss dort zunächst anrufen, Tel. (02306) 100-555. Es ist montags bis samstags von 9 bis 13 Uhr jemand zu erreichen.

Unter der Rufnummer schätzen eine Ärztin oder ein Arzt anhand persönlicher Auskünfte das individuelle realistische Infektionsrisiko ein und entscheiden, ob ein Test notwendig und sinnvoll ist. Weitere Informationen findet man auch auf folgenden Internetseiten: www.infektionsschutz.de, www.kreis-unna.de und www.luenen.de.

? An wen wenden sich Veranstalter aller Art, wenn sie sich bei der Stadt informieren wollen?

Derzeit gibt es laut Stadt Lünen für Veranstalter eigentlich noch keinen Grund, sich bei der Stadt zu melden. Entscheidungen, die Veranstaltungsausrichtungen betreffen, werde die Stadt sofort bekanntgeben, heißt es von der Pressestelle.

Die Stadt habe aber Verständnis dafür, dass derzeit bei Sportvereinen, Gastwirten, Gemeinden oder auch Privatleuten Unsicherheit bezüglich anstehender Veranstaltungen herrsche, so Stadtsprecher Benedikt Spangardt.

Es ist möglich, das Bürgertelefon unter (02306) 104 20 20 für Nachfragen anzurufen. Eine eigene Hotline ist derzeit nicht eingerichtet. Allgemeine Informationen zum Coronavirus gibt es über die Hotlines des Kreises und des Landes.

? Veranstaltungen mit weniger als 1000 Gästen sollen unter Auflagen möglich sein. Einer der zentralen Punkte im Erlass des Landesgesundheitsministeriums ist das Festhalten der Identitäten der Teilnehmer der Veranstaltung. Wie soll das praktisch in Lünen umgesetzt werden?

Veranstaltungen in Lünen werden aktuell (Stand Mittwoch 11.3.) nicht mit Auflagen belegt, wie die Stadtverwaltung auf Nachfrage unserer Redaktion mitteilt. Das heißt die Daten von Teilnehmern werden nicht festgehalten.

? Es ist davon auszugehen, dass das Ordnungsamt in Lünen durch die Prüfungen von Veranstaltungen stark ausgelastet sein wird. Werden andere Aufgaben dafür vernachlässigt?

„In der Tat erwarten wir eine stärkere Belastung unserer Personalkapazitäten“, sagt Stadtsprecher Benedikt Spangardt. Vernachlässigt würden deshalb aber keine Aufgaben. Es sei möglich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus anderen Bereichen des Ordnungsamts beziehungsweise aus der ganzen Stadtverwaltung für die Bearbeitung der Aufgabe einzusetzen.

? Wer hat was zu sagen?

Grundsätzlich ist in der derzeitigen Situation die Gesundheitsbehörde beim Kreis Unna die Autorität. „Wenn es aber beispielsweise darum geht, die Anweisungen des Gesundheitsamtes in Sachen häusliche Quarantäne umzusetzen oder wenn es darum geht, die von Minister Laumann angeordneten Veranstaltungsabsagen umzusetzen, dann kommt die Stadt als Ordnungsbehörde ins Spiel“, sagt Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns.

Bei der Stadtverwaltung selbst liegt derzeit das Augenmerk darauf, keine Infektionen unter Mitarbeitern zu verbreiten. „Wir halten die Kollegen dazu an, die Hygieneempfehlungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung strikt zu befolgen und beispielsweise auf den Handschlag zur Begrüßung zu verzichten“, erklärte der Erste Beigeordnete Uwe Quitter, für Personalfragen zuständig. Außerdem gelte wie immer, dass Mitarbeiter, die Krankheitssymptome an sich feststellen, unbedingt zu Hause bleiben sollen. Die Stadtverwaltung bittet Bürger, die sich krank fühlen oder Symptome einer Krankheit zeigen, auf Besuche im Rathaus zu verzichten.

? Ist die Feuerwehr vorbereitet?

„Wir sind auf die Ausbreitung infektiöser Krankheiten im Grunde immer vorbereitet“, sagt Lünens stellvertretender Feuerwehrchef Stephan Dörnbrack. Bei der Feuerwehr und beim Rettungsdienst liege das Augenmerk vor allem darauf, die Einsatzbereitschaft laufend aufrechtzuerhalten.

Dörnbrack wies zudem darauf hin, dass der Notruf 112 nicht geeignet sei, um medizinische Fragestellungen abklären zu lassen und die Notrufzentrale auch nicht der richtige Anlaufpunkt für einen eventuellen Test auf eine Infektion ist.

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