Coronavirus: Köln baut auf Verantwortung von Veranstaltern

Bei der Frage, ob Veranstaltungen unter 1000 Teilnehmern in Zeiten des Coronavirus stattfinden können, vertraut die Stadt Köln auf das Verantwortungsbewusstsein der Veranstalter. Anhand einer zur Verfügung gestellten Checkliste müssten diese bewerten, ob das Risiko zu groß sei, sagte der Kölner Stadtdirektor Stephan Keller am Mittwoch. Kriterien dieser Liste sind unter anderem die erwartete Personenanzahl, räumliche Gegebenheiten und Kontaktsituationen während der Veranstaltung. „Je näher wir der Eintausend-Teilnehmer-Schwelle kommen, desto eher ist davon auszugehen, dass die Veranstaltung abgesagt werden muss“, sagte Keller. „Eine Veranstaltung mit 950 Teilnehmern ist natürlich nicht weniger gefährlich als eine mit 1001.“

11.03.2020, 13:50 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Kölner Stadtdirektor Stephan Keller nimmt an einer Pressekonferenz teil. Foto: Marius Becker/dpa/Archivbild

Der Kölner Stadtdirektor Stephan Keller nimmt an einer Pressekonferenz teil. Foto: Marius Becker/dpa/Archivbild

Am Dienstag hatte das Land Nordrhein-Westfalen einen Erlass beschlossen, nach dem Veranstaltungen ab 1000 Teilnehmern grundsätzlich abgesagt werden sollen. Der Erlass ist zeitlich nicht befristet .Zur Eindämmung des Virus können die örtlichen Behörden auch Veranstaltungen mit weniger als 1000 Personen absagen, wenn es besondere Risiken gibt. Auch darauf wies der Erlass ausdrücklich hin.

Sorge, dass Veranstalter bei Grenzfällen wirtschaftliche Interessen vor gesundheitliche stellen, hat Keller nicht: „Wir gehen davon aus, dass Veranstalter ein Eigeninteresse haben, zu kooperieren. Ich glaube auch, dass die Stimmung in der Bevölkerung so ist, dass immer weniger Interesse daran besteht, an solchen Veranstaltungen teilzunehmen.“ Sollte ein Veranstalter unverantwortlich handeln, „dann nehmen wir das zur Kenntnis, aber würden im Zweifel die richtige Entscheidung treffen und absagen“.

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