An Bar macht mit leeren Stühlen auf Nöte der Gastronomen aufmerksam

Coronavirus

Mit der Aktion „Leere Stühle“ haben Gastronomen in ganz Deutschland auf ihre Lage in der Corona-Krise aufmerksam gemacht. Auch die an Bar in Selm hat sich daran beteiligt.

Selm

, 27.04.2020, 13:24 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kaira Eistel setzte mit leeren Stühlen am Sonntag ein Zeichen, um auf die Nöte der Gastronomen in der Corona-Krise aufmerksam zu machen.

Kaira Eistel setzte mit leeren Stühlen am Sonntag ein Zeichen, um auf die Nöte der Gastronomen in der Corona-Krise aufmerksam zu machen. © Kaira Eistel

Viele leere, schwarze Stühle standen am Sonntag vor an Bar und an Hotel. Mittendrin, Geschäftsführerin Kaira Eistel mit schwarzer Maske und einem Schild: „#leerestuehle #restartGastro“ steht darauf. Also ein Appell, die Gastronomie wieder zu öffnen.

An der Aktion unter dem Stichwort „Leere Stühle“ hatten sich am Freitag Gastronomiebetriebe in 80 Städten in Deutschland beteiligt, wie der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga auf Facebook mitteilte. Kaira Eistel hörte erst später von der Aktion, wollte aber dennoch ein Zeichen setzen, wie sie sagt. „Wir möchten unseren Standpunkt zeigen und im Gespräch bleiben“, sagt sie. „Es geht darum, zu zeigen, dass es uns noch gibt, und dafür zu kämpfen, dass es uns auch nach Corona noch gibt.“

Klarheit in der unklaren Lage

Es ginge darum, von der Politik Klarheit zu erhalten, wann eine Öffnung der Gastronomie wieder geplant sei, so Kaira Eistel. Gaststätten sind bundesweit seit dem 23. März auf unbestimmte Zeit geschlossen, um eine Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Die Lieferung und Abholung von Essen ist aber weiterhin möglich.

Bund und Länder wollen sich am 30. April erneut beraten und darüber entscheiden, wie sie gemeinsam in der Corona-Krise vorgehen. Die Frage, wie es mit der Gastronomie weitergeht, wird dabei schon öffentlich geführt. Während der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer sich am Wochenende dafür aussprach, zumindest eine Öffnung der Außengastronomie bis Himmelfahrt oder Pfingsten wieder möglich zu machen, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder am Montag laut dpa, dass er eine langsame Wiedereröffnung der Gastronomie erst ab Ende Mai für denkbar halte.

Wissen, wie es weitergeht

Gerade kleinere und mittelständische Familienbetriebe würden unter der Schließung leiden, sagt Kaira Eistel - trotz der NRW-Soforthilfe. „Das Ausmaß ist langfristig“, sagt sie. Kunden, die sonst einmal im Monat zum Essen kommen, würden nachher nicht dreimal die Woche zum Essen kommen, nur weil sie es zwischendurch nicht konnten. Zwar bietet die an Bar inzwischen auch Essen und Cocktails to go an, aber den normalen Betrieb, kann das nicht ersetzen.

„Wir sind ja bereit, alle Maßnahmen umzusetzen“, sagt Kaira Eistel. Abstand zwischen Tischen, Gesichtsmasken und so weiter, das sei kein Problem. „Wir möchten nur wissen, wie es weitergeht.“

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