Coronavirus in NRW: „Leichter“ Lockdown für ganz Deutschland geplant – Liveblog

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Angesichts der ernsthaften Lage soll laut Medienberichten die Bundesregierung einen „Lockdown Light“ planen. Besonders der Gastronomie stehen wieder schwere Zeiten bevor. Die Lage in NRW im Überblick.

NRW

, 26.10.2020, 17:45 Uhr / Lesedauer: 12 min

Über die Auswirkungen der Corona-Krise in NRW berichten wir hier aktuell im Liveblog.

  • Fallzahlen in NRW: 110.511 bestätigte Fälle - 79.200 Genesene - 2.024 Todesfälle. (Stand: 26.10.2020)
  • Die Bundesregierung plant einen „Lockdown Light“. Schulen, Kitas und Geschäfte sollen möglichst geöffnet bleiben, Die Gastronomie wird wieder geschlossen.
  • Angesichts der sich immer weiter verschärfenden Lage berät sich Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch erneut mit den Ministerpräsidenten der Länder
  • In NRW gibt es nur noch drei Kreise, die kein Risikogebiet sind und unter einer 7-Tage-Inzidenz von 50 liegen: Soest, Paderborn und Euskirchen. Den höchsten Wert hat Düren mit 200,7.
  • In Schulen gelten neue Regeln: Die Maskenpflicht im Unterricht wird wieder eingeführt, dazu kommen weitere Maßnahmen, wie regelmäßges Stoßlüften.
  • In NRW gilt in allen Hotspots eine Sperrstunde zwischen 23 und 6 Uhr. Sie gilt in Kommunen mit einer 7-Tages-Inzidenz ab 50. Alle Regeln im Überblick finden Sie hier.





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Montag, 26. Oktober, 18.43 Uhr

Münster sagt alle Weihnachtsmärkte ab

Nach monatelangen Debatten sagt die Stadt Münster nun alle Weihnachtsmärkte ab. Das beschloss die Stadtverwaltung n einer gemeinsamen Sitzung mit den Veranstaltern. „Die Infektionszahlen sind in den vergangenen Tagen so schnell und so stark gestiegen, dass wir darauf verantwortungsvoll reagieren müssen“, sagte der Leiter des städtischen Corona-Krisenstabes, Wolfgang Heuer. Ein Weihnachtsmarkt, der den Geboten der Pandemiebekämpfung ausreichend Rechnung trägt, sei derzeit nicht möglich

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Montag, 26.Oktober, 17.41. Uhr

Bundesregierung plant „Lockdown Light“

Laut Informationen der „Bild“-Zeitung soll die Bundesregierung einen „Lockdown Light“ planen. Dieser soll unter anderem beinhalten, dass zwar Kitas und Schulen wenn das Infektionsgeschehen nicht zu hoch wird, geöffnet bleiben sollen. Restaurants und Bars sollen aber bundesweit wieder schließen, Veranstaltungen für die erste Zeit verboten werden. Die Geschäfte sollen mit Einschränkungen zunächst offen bleiben.

Montag, 26. Oktober 17.16 Uhr

Familienministerin rät von Klingeltouren an Halloween ab

Nach dem NRW-Gesundheitsministerium empfiehlt nun auch Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) an Halloween auf die Klingeltouren zu verzichten. „In Gruppen von Tür zu Tür zu laufen und Süßigkeiten zu sammeln - dafür ist aktuell nicht die Zeit“, sagte Giffey der „Welt“. Das Risiko dabei das Coronavirus zu übertragen sei zu groß.

Montag, 26. Oktober, 14.31 Uhr
Angela Merkel berät sich am Mittwoch mit den Ministerpräsidenten
Bundeskanzlerin Angela Merkel wird am kommenden Mittwoch erneut mit den Ministerpräsidenten in einer Videokonferenz über die sich zuspitzende Entwicklung der Corona-Pandemie beraten. Das teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin mit.

Seibert unterstrich, dass es eine ernsthafte Entwicklung gebe. Kontaktnachverfolgungen durch die Gesundheitsämter seien kaum mehr möglich. Die Intensivbetreuung von Corona-Patienten nehme wieder zu, die Kapazitäten nähmen entsprechend ab, machte Seibert deutlich.

In den vergangenen Tagen hatte es immer wieder Appelle für mehr Einheitlichkeit bei den Corona-Auflagen bundesweit gegeben, etwa von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder.

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) sagte der „Rheinischen Post“: „Wir brauchen einen einheitlichen Maßnahmenkatalog. Die Bürger wollen Transparenz, sie wollen wissen, was passiert, wenn ihr Landkreis rot, gelb oder grün eingestuft ist.“


Montag, 26. Oktober, 12.49 Uhr

Wie lebt es sich mit einem Corona-Skeptiker?

Claudia Siebert ist Frührentnerin und Risikopatientin, ihr Ehemann arbeitslos und Corona-Skeptiker. Er glaubt an geheime Mächte, gesteuerte Medien und manipulierte Infektionszahlen. Claudia Sieberts Erzählungen geben einen Einblick in die Denkwelten von Corona-Skeptikern und Verschwörungstheoretikern:

Montag, 26. Oktober, 11.57 Uhr

Konzert ist keine wilde Party: Orchester wollen mehr Publikum

Die nordrhein-westfälischen Orchestermusiker fordern abgestufte Corona-Regeln für die klassische Musik. Bei Oper und Konzert habe sich gezeigt, dass das Ansteckungsrisiko gering sei, erklärte die Orchesterkonferenz NRW am Montag in Bochum. Die neue Corona-Schutzverordnung des Landes erlaube aber einheitlich nur bis zu 250 Besucher bei Veranstaltungen. „Von der Bühne aus sehen wir, wie diszipliniert sich das Publikum verhält, wir sind hier ja nicht auf einer wilden Party!“, sagte der Sprecher der Vereinigung von 1700 Musikern, Steffen Schrank.

Montag, 26. Oktober, 11.18 Uhr

NRW-Justizminister in Quarantäne - positiver Corona-Test im Umfeld

Wegen eines positiven Corona-Tests in seinem dienstlichen Umfeld ist NRW-Justizminister Peter Biesenbach (CDU) in häuslicher Quarantäne. „Er steht bereits im Kontakt mit dem örtlich zuständigen Gesundheitsamt und wird das weitere Vorgehen mit dem Gesundheitsamt abstimmen“, sagte eine Ministeriumssprecherin am Montag. Biesenbach habe seine Termine vorsorglich abgesagt.

Montag, 26. Oktober, 10.16 Uhr

Studenten gehen von schlechteren Berufschancen wegen Corona aus

Die Corona-Pandemie und ihre wirtschaftlichen Folgen werfen einer Umfrage zufolge auch die beruflichen Pläne vieler Studenten über den Haufen. So gehen mehr als 40 Prozent davon aus, dass sich ihre Berufsaussichten in den vergangenen Monaten verschlechtert haben, heißt es in der neuen „Studierendenstudie“ des Beratungsunternehmens EY. Ein gutes Viertel hat seine Pläne schon geändert und will nun zum Beispiel länger studieren, die Branche wechseln oder sich doch lieber nicht selbstständig machen.

Montag, 26. Oktober, 8.47 Uhr

Lehrergewerkschaft: Schulstart mit „mehr als gemischten Gefühlen“

Viele Lehrer und Schüler in NRW erleben nach Einschätzung des Lehrerverbands Bildung und Erziehung (VBE) den Schulstart nach den Herbstferien am Montag mit „mehr als gemischten Gefühlen“. „Ähnlich wird es auch den Eltern gehen, die ihre Kinder in die Schulen schicken“, sagte der VBE-Landesvorsitzende Stefan Behlau am Morgen bei WDR5.

Die einzigen Lösungsvorschläge der Politik angesichts rapide steigender Corona-Infektionszahlen seien das Lüften der Klassenräume und in weiterführenden Schulen das Tragen von Masken. „Corona zeigt sehr deutlich, wo die Defizite nicht nur der Gegenwart, sondern auch der Vergangenheit sind“, so Behlau. „Es ist viel zu wenig in die schulische Bildung investiert worden.“ Dies betreffe das Personal und auch die Schulgebäude. Schüler und Lehrer müssten das nun ausbaden.

Montag, 26. Oktober, 7.54 Uhr

Nur noch drei Kreise in NRW sind kein Risikogebiet

Nahezu alle der 53 Kreise und kreisfreien Städte in Nordrhein-Westfalen gelten mittlerweile als Corona-Risikogebiete. Nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) und des Landeszentrums Gesundheit von Montag (0.00 Uhr) lagen lediglich die Kreise Euskirchen, Paderborn und Soest unter der Warnschwelle von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen.

Den höchsten Wert wies laut RKI der Kreis Düren mit 200,7 aus. Dahinter lagen laut RKI und LZG die Stadt Solingen mit 200,3 und die Stadt Duisburg mit 188,1. Für Nordrhein-Westfalens einwohnerstärkste Stadt Köln wurden 177,7 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche gemeldet.

Montag, 26. Oktober, 6.49 Uhr

Etliche geschlossene Büchereien wegen Corona in Düsseldorf

Wegen der steigenden Corona-Zahlen bleiben ab Montag viele städtische Bibliotheken in Düsseldorf geschlossen. Das Gesundheitsamt brauche mehr Personal, erklärte die Stadt. 20 Mitarbeiter der Düsseldorfer Stadtbüchereien sollen daher etwa bei der Kontaktnachverfolgung von Corona-Fällen mithelfen. Insgesamt haben die Stadtbüchereien etwa 150 Mitarbeiter.

An den betroffenen Standorten würden die Rückgabefristen automatisch bis zum 30. November 2020 verlängert, hieß es. Ausleihe und Rückgabe seien an den anderen offenen Standorten möglich.

Montag, 26. Oktober, 5.56 Uhr

Schulstart nach den Herbstferien mit neuen Corona-Regeln in NRW

Nach zwei Wochen Herbstferien kehren rund 2,5 Millionen Schüler und mehr als 200.000 Lehrer in Nordrhein-Westfalen am Montag zurück in den Unterricht. Ab sofort gelten neue Corona-Regeln. Wichtigste Änderung: Schüler ab der 5. Klasse müssen auch im Unterricht wieder eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Damit reagiert die Landesregierung auf stetig steigende Neuinfektionszahlen. Die Wiedereinführung der Maskenpflicht soll zunächst bis zu den Weihnachtsferien am 22. Dezember gelten.

Im Schulgebäude und auf dem -gelände gilt sie weiterhin landesweit an allen über 5500 Schulen - also auch für Grund- und Förderschüler der Primarstufe. Plexiglasvisiere werden als Alternative nicht akzeptiert. Lehrer müssen immer dann Maske tragen, wenn sie den Mindestabstand von 1,5 Metern nicht einhalten können. Wenn es der Unterricht erfordert, können sie sie zumindest zeitweise ausziehen - etwa beim Demonstrieren des „th“ im Englischunterricht. Außerdem müssen die Schulen regelmäßig lüften.

Montag, 26. Oktober, 5.17 Uhr

RKI meldet 8685 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom frühen Montagmorgen 8685 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Erfahrungsgemäß sind die Fallzahlen an Sonntagen und Montagen niedriger, auch weil an Wochenenden weniger getestet wird. Am Montag vor einer Woche hatte die Zahl der Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden bei 4325 gelegen.

Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 437.866 Menschen mit dem Virus infiziert (Stand: 26.10., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Montag um 24 auf insgesamt 10.056.


Sonntag, 25. Oktober, 20.44 Uhr
Gesundheitsministerium: An Halloween nicht von Tür zu Tür ziehen
Mit Blick auf die steigenden Corona-Zahlen hat das NRW-Gesundheitsministerium davor gewarnt, an Halloween am 31. Oktober von Tür zu Tür ziehen. Viele Kinder verkleiden sich zu dem modernen Fest und sagen bei den Nachbarn „Süßes oder Saures“, um so Schokolade oder Bonbons zu ergattern. „In Coronazeiten das Grundstück anderer Personen zu betreten und ihnen - zuweilen ungefragt - eine Begegnung, bei der der Mindestabstand vermutlich nicht komplett eingehalten werden kann, „aufzudrängen“, erscheint wenig verantwortungsvoll“, teilte das Ministerium mit.

Sonntag, 25. Oktober, 19.44 Uhr
Corona in Europa: Ein Kontinent kämpft gegen das Virus
Rasant steigende Corona-Zahlen treiben Staaten in Europa zu immer härteren Schritten gegen die Pandemie. Belgien, Tschechien und Frankreich meldeten am Wochenende Rekordwerte bei Neuansteckungen. Sie stemmen sich mit Ausgangssperren und neuen Auflagen gegen die zweite Welle, ähnlich wie Frankreich, Italien, Spanien und Österreich. Hier finden Sie die Corona-Regeln im Länderüberblick.

Sonntag, 25. Oktober, 18.36 Uhr
Revierderby: Durften 300 Fans wegen Corona überhaupt im Stadion sein?
Die 300 Zuschauer beim Revierderby zwischen den Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 am Samstag werfen beim NRW-Gesundheitsministerium Fragen auf. Von der zuständigen Bezirksregierung in Arnsberg werde das Ministerium einen Sonder-Bericht anfordern, in dem „die Gründe für die Entscheidung“ dargelegt werden sollen, teilte das Ministerium der „Rheinischen Post“ mit. Wenn das Infektionsgeschehen am Austragungsort nicht eingrenzbar ist und 35 Neuansteckungen gerechnet auf 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen übersteigt, dürfen eigentlich keine Zuschauer mehr zugelassen werden.

Sonntag, 25. Oktober, 17.25 Uhr
Corona-Flyer beinhalten oft falsche und veraltete Informationen
Das Internet schwappt über in die Briefkästen: Deutschlandweit tauchen vermehrt zweifelhafte Flyer auf, auf denen die aktuelle Entwicklung der Corona-Pandemie verharmlost wird. Es gibt Dutzende Versionen und Motive, die Flugblätter tragen Titel wie „Zwang zur Impfung droht“ oder „Corona Fakten“. Doch manche Aussagen darauf sind mit Vorsicht zu genießen – sie sind schlicht falsch.



Sonntag, 25. Oktober, 16.15 Uhr
Wieder Proteste gegen Corona-Auflagen in Berlin
Aus Protest gegen die staatlichen Corona-Beschränkungen sind am Sonntag in der Hauptstadt erneut Demonstranten auf die Straße gegangen. Die Polizei sprach von rund 2000 Menschen, die sich auf dem Alexanderplatz in Berlin-Mitte versammelten. Die Situation war dort zeitweise unübersichtlich, weil Menschen aus der Menge ausbrachen. Die Polizei sprach von einer „dynamischen Lage“. „Es wurde weitgehend weder der Mindestabstand noch die Pflicht zur Mund-Nase-Bedeckung eingehalten“, twitterte die Polizei.

Sonntag, 25. Oktober, 15.29 Uhr
„Hallo, hier ist Jens Spahn“ - Minister bittet um Mithilfe
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich erstmals seit seinem positiven Corona-Test per Video zu Wort gemeldet und an die Bevölkerung appelliert, bei der Eindämmung des Virus mitzuhelfen. Der 40-Jährige postete die Aufnahme am Sonntag auf seiner Facebookseite.

Vor hellgrauer Wand neben einem Blumenstrauß in weißem Hemd und blauer Strickjacke bedankt sich der Gesundheitsminister nach einem kurzen „Hallo, hier ist Jens Spahn“ zunächst für die vielen Genesungswünsche, die ihn erreicht hätten. Angesichts der steigenden Zahlen „auch auf den Intensivstationen“ appelliert Spahn in dem Video an die Bevölkerung, die Corona-Schutzmaßnahmen einzuhalten.

Sonntag, 25. Oktober, 14.27 Uhr
Kassenärzte-Chef: Müssen uns an das Virus gewöhnen
Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, hat vor Verschiebungen von Arztterminen oder Operationen wegen der Corona-Krise gewarnt. „Die Ärzte sind für den Winter wesentlich besser gerüstet als zu Beginn der Pandemie. Es gibt für Patienten keinen Grund mehr, wie im März wegen Corona Krebsvorsorge-Termine oder wichtige Operationen zu verschieben“, sagte er in einem Gespräch mit der „Bild am Sonntag“.

Gassen sagte, es werde nicht ad hoc ein Impfstoff für 83 Millionen in Deutschland oder gar sieben Milliarden Menschen weltweit zur Verfügung stehen. Über die Jahre werde es zu einer zunehmenden Durchseuchung der Weltbevölkerung kommen. „Wir müssen uns an das Virus gewöhnen und dürfen dabei nicht vergessen, dass es neben Covid-19 auch noch andere Krankheiten gibt“, so der KBV-Chef.

Sonntag, 25. Oktober, 11.50 Uhr
Anschlag auf das RKI - Staatsschutz ermittelt
Unbekannt haben in der Nacht zu Sonntag Brandsätze gegen die Fassade eines Gebäudes des Robert-Koch-Instituts geworfen. Gegen 2.40 Uhr bemerkte ein Sicherheitsmitarbeiter mehrere unbekannt gebliebene Personen, die gegen die Fassade des Gebäudes in der General-Pape-Straße Flaschen warfen, wie die Berliner Polizei mitteilte. Verletzt wurde niemand.

Da eine politische Motivation bei der versuchten Brandstiftung geprüft wird, hat der polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes die weiteren Ermittlungen übernommen.

Sonntag, 25. Oktober, 11.39 Uhr
Lauterbach fordert Schichtbetrieb in den Schulen
Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat in Anbetracht der dramatisch steigenden Corona-Infektionen gefordert, in den Schulen den zeitgleichen Unterricht für alle Schüler zu beenden. „Wenn wir nicht wollen, dass die Schulen mit regelmäßigem Schulausfall auch noch zu Hotspots werden, sollten die Schulklassen jetzt aufgeteilt werden in Vormittags- und Nachmittagsunterricht“, sagte er der „Bild am Sonntag“. Generell fügte er hinzu, wenn es in den nächsten zwei bis drei Wochen nicht gelinge, die persönlichen Kontakte zu beschränken, werden es in wenigen Wochen harte Ausgangsbeschränkungen wie im Frühjahr geben.

Nicht nur Abstand ist nach den Herbstferien in den NRW-Klassenzimmern Pflicht.

Nicht nur Abstand ist nach den Herbstferien in den NRW-Klassenzimmern Pflicht. © picture alliance/dpa



Sonntag, 25. Oktober, 9.46 Uhr

Ab Montag gelten neue Regeln in den Klassenzimmern
Wenn am Montag (26.10.) die Schule in NRW wieder beginnt, gelten neue Regeln. Die Maskenpflicht im Unterricht wird wieder eingeführt, dazu kommen weitere Maßnahmen, wie das regelmäßge Stoßlüften. Die Schulleitervereinigung zweifelt, wie der Unterricht unter diesen Bedingungen aufrecht erhalten werden soll. Das Land stellt 50 Millionen Euro für Luftreiniger in Schulen ohne Lüftungsmöglichkeit zur Verfügung.



Sonntag, 25. Oktober, 8.00 Uhr
Nur vier Kreise in NRW kein Risikogebiet – Solingen hat den Wert von 200 überschritten
In NRW hat Solingen am Sonntag den Wert von 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in 7 Tagen überschritten. Nur noch vier Kreise liegen sind kein Risikogebiet und liegen noch unter dem Schwellenwert von 50: Soest (38,1), Paderborn (34,4), Minden-Lübbecke (44,8) und Euskirchen (41,3).



Sonntag, 25. Oktober, 7.36 Uhr

Lehrerpräsident warnt vor dem Wertverlust des Abiturs

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, warnt, im Fall erneuter flächendeckender Schulschließungen drohe ein erheblicher Qualitätsverlust beim Abitur. „Die Lage ist sehr ernst. Falls erneut in ganz Deutschland wochen- oder gar monatelang die Schulen geschlossen werden müssen, entstehen Lücken, die so nicht ohne Weiteres behoben werden können“, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Sonntag, 25. Oktober, 7.16 Uhr
11.176 neue Infektionen - doch Sonntags sind die Zahlen immer niedriger

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben laut Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) innerhalb eines Tages 11.176 neue Corona-Infektionen gemeldet. An Sonntagen sind die erfassten Fallzahlen allerdings meist niedriger, auch weil am Wochenende weniger getestet wird.

Insgesamt haben sich demnach seit Beginn der Pandemie 429.181 Menschen in Deutschland mit dem Virus infiziert. Vor genau einer Woche waren es noch 5587 Neuinfektionen an einem Tag. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich um 29 auf insgesamt 10.032.


Samstag, 24. Oktober, 20.16 Uhr
AstraZeneca setzt Studie zu Corona-Impfstoff fort
Der Pharmakonzern hatte seine Forschungen an dem Impfstoff für sieben Wochen lang gestoppt. Bei einem Teilnehmer waren gesundheitliche Probleme aufgetreten. Die zuständige Behörde hat der Wiederaufnahme der Studie nun zugestimmt und die Tests sollen in der kommenden Woche fortgeführt werden.

Samstag, 24. Oktober, 18.38 Uhr
Corona hat Einfluss auf die Preise der Weihnachtsbäume
Mehrere Faktoren machen das Geschäft mit den Weihnachtsbäumen dieses Jahr schwieriger. Weihnachtsbaumerzeuger haben höhere Kosten, weil sie Hygienekonzepte erstellen, mehr Platz einplanen und dafür mehr Personal einsetzen müssen. Die Kosten schlagen sich dann im Preis nieder. Weiterhin gibt es weniger Verkaufsflächen, da viele Weihnachtsmärkte bereits abgesagt wurden. Zusätzlich hat auch die afrikanische Schweinepest Einfluss auf die Branche. Aus Sperrbezirken dürfen keine Produkte hinausgebracht werden.

Samstag, 24. Oktober, 16.22 Uhr
Weiterer Corona-Fall in der Regierung
Martin Jäger, Staatssekretär aus dem Entwicklungsministerium, wurde positiv auf Corona getestet. Am Mittwoch war bekannt geworden, dass Gesundheitsminister Jens Spahn sich mit dem Coronavirus infiziert hat. Martin Jäger war eine seiner Kontaktpersonen und hatte sich nach der Bekanntgabe des Testergebnisses von Jens Spahn umgehend testen lassen und in Quarantäne begeben. Ob die Infektionen miteinander zusammenhängen ist aber unklar. Gesundheitsminister Spahn ginge es den Umständen entsprechend gut, so ein Sprecher aus dem Gesundheitsministerium.

Samstag, 24. Oktober, 13.24 Uhr
Ein Dutzend Regionen in NRW mit Corona-Wert über 100
In Nordrhein-Westfalen liegt mittlerweile ein Dutzend Gebiete über der Schwelle von mehr als 100 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Den höchsten Wert weist mit 197,8 die Stadt Solingen auf, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) von Samstag hervorgeht.

Dahinter liegen der Kreis Düren mit 156,4 und die Stadt Duisburg mit 151,8. Für Nordrhein-Westfalens einwohnerstärkste Stadt Köln meldete das RKI 136,8 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche.

Auch die Städte Remscheid (141,0), Herne (140,6), Gelsenkirchen (138,7), Wuppertal (127,6), Bochum (109,4) und Dortmund (101,5) sowie die Städteregion Aachen (126,6) und der Kreis Recklinghausen (106,5) lagen über der 100er-Inzidenz. Die Stadt Düsseldorf registrierte nach eigenen Angaben von Samstag einen Wert von 107,1. Den geringsten Wert hat der Kreis Paderborn mit 22,7.

Samstag, 24. Oktober, 12.27 Uhr
Bundesfinanzminister: Deutschland finanziell gerüstet für zweite Corona-Welle
Bundesfinanzminister Olaf Scholz hält Deutschland weiter für finanziell gut gerüstet im Kampf gegen die ökonomischen Folgen der Corona-Krise. „Die Corona-Pandemie ist längst noch nicht besiegt, und wie erwartet verzeichnen wir jetzt im Herbst deutlich steigende Infektionszahlen“, sagte der SPD-Politiker der „Augsburger Allgemeinen“. „Die Lage ist ernst, und wir nehmen sie ernst.“ Bislang sei das Land recht gut durch die Krise gekommen - „auch weil wir uns frühzeitig und entschlossen gegen die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise gestemmt haben“. Auch mit Blick auf die kommenden Wochen betonte der Vizekanzler, „finanziell sind wir gut gerüstet, unsere Finanzkraft ist weiterhin sehr groß“.

Samstag, 24. Oktober, 11.25 Uhr
Merkel: Gebot der Stunde heißt Kontakte reduzieren
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat vor dem Hintergrund deutlich steigender Corona-Infektionszahlen erneut an die Bürger appelliert, durch weniger Kontakte bei der Eindämmung der Pandemie mitzuhelfen. „Wir sind nicht machtlos gegen das Virus, unser Verhalten entscheidet, wie stark und wie schnell es sich ausbreitet. Und das Gebot der Stunde heißt für uns alle: Kontakte reduzieren. Viel weniger Menschen treffen“, sagte sie in ihrem am Samstag veröffentlichten Videopodcast.

Samstag, 24. Oktober, 10.19 Uhr
Viele Kitas in NRW setzen in Corona-Krise auf Helfer
Ein Großteil der Kitas in Nordrhein-Westfalen setzt in der Corona-Krise auf sogenannte Alltagshelfer zur Bewältigung der Zusatzaufgaben in der Pandemie. Knapp drei Viertel aller rund 10.500 Kindertageseinrichtungen in NRW machen von dem Angebot des Landes Gebrauch, in der Corona-Zeit befristet Helfer einzustellen. Diese Helfer sollen das pädagogische Fachpersonal bei alltäglichen Hygienemaßnahmen entlasten - etwa der Reinigung von Spielzeug, regelmäßigem Lüften und Desinfizieren. Es gebe viele positive Rückmeldungen, hieß es aus dem Ministerium. „Sie sind eine große Stütze für das gesamte Kita-Team bei der Umsetzung der gestiegenen Anforderungen der Hygienevorgaben.“

Samstag, 24. Oktober, 9.25 Uhr
Kirchen verschärfen Corona-Regeln für Gottesdienste
Aufgrund der stark gestiegenen Corona-Fallzahlen haben die evangelische und die katholische Kirche in NRW ihre Regeln für den Gottesdienstbesuch verschärft. So gilt im Bistum Aachen ab sofort eine Maskenpflicht für Gottesdienstbesucher, wenn der Inzidenzwert vor Ort auf 35 steigt. Ab einer Inzidenz von 50 muss der Gemeindegesang deutlich reduziert werden.

Das Erzbistum Paderborn hat festgelegt: Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz über dem Wert von 50, muss die Zahl der Gottesdienstbesucher auf maximal 50 Prozent der normalen Kapazität der jeweiligen Kirche begrenzt werden. Die Empfehlung zum Verzicht auf Gesang bleibe bestehen.

Die drei evangelischen Landeskirchen in NRW haben ebenfalls ihre Regeln angepasst. Ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35 tragen die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher eine Mund-Nase-Bedeckung auch am Sitzplatz. Ab einer Inzidenz von 50 wird die maximale Teilnehmerzahl der Gottesdienstbesucher in Kirchen auf maximal 250 Personen festgelegt, außerdem wird auf Gesang verzichtet.

Samstag, 24. Oktober, 8.36 Uhr
NRW-Gefangene mit Coronavirus infiziert
Seit Ausbruch der Corona-Pandemie haben sich in den nordrhein-westfälischen Gefängnissen 26 Häftlinge mit dem Coronavirus infiziert. 20 der 26 Gefangenen seien inzwischen wieder gesund, teilte das NRW-Justizministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf mit (Stand: 22. Oktober). Von 65 positiv getesteten JVA-Mitarbeitern hätten 46 die Infektion überstanden. Einen größeren Ausbruch gab es in den Anstalten somit bislang nicht.

Samstag, 24. Oktober, 7.44 Uhr
Neue Höchstwerte bei Corona-Neuinfektionen und Todesfällen
Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Samstagmorgen 14 714 neue Corona-Infektionen gemeldet, so viele wie noch nie seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland. Da es allerdings am Donnerstag zeitweise zu Datenlücken bei der Übermittlung von Infektionszahlen gekommen war, könnten in der jüngsten Zahl der Neuinfektionen entsprechende Nachmeldungen enthalten sein. Auch am Samstagmorgen gab es zeitweise Unstimmigkeiten bei den angegebenen Zahlen. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung überschritt am Samstag die Marke von 10 000.

Insgesamt haben sich laut Angaben des RKI in Deutschland 418 005 Menschen mit dem Virus infiziert. 10 003 Menschen sind demnach seit Beginn der Pandemie im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben. Das sind 49 Mehr als am Vortag. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Freitag bei 1,23 (Vortag: 1,11). Das bedeutet, dass zehn Infizierte etwa zwölf weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen liegt dieser Wert nun bei 1,30 (Vortag: 1,23). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

SCHUTZ VOR CORONAVIREN

Generell gelten zum Schutz vor Coronaviren dieselben Maßnahmen, die zurzeit bei Grippewellen sowieso angeraten sind.
  • Husten und Niesen in die Armbeuge, nicht in die Faust oder Handfläche
  • Umarmungen und Händeschütteln einschränken
  • Die Hände sollten regelmäßig mindestens 20 Sekunden und mit Seife gewaschen werden
  • Deutschlandweit ist eine Hotline für besorgte Bürger eingerichtet: 030 9028-2828. Der Notruf 112 soll für Notfälle nicht blockiert werden.
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Weniger Freunde treffen, früher Kehraus aus der Kneipe und Maske tragen - Corona schnürt Bewegungsspielräume und Vergnügungen immer mehr ein. In NRW gelten neue Beschränkungen.

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