Weiterer Anstieg der Infizierten im Kreis Unna und in Lünen

Coronavirus

Auch im Kreis Unna steigt die Zahl der Corona-Infizierten stetig an. Doch nicht jeder landet gleich im Krankenhaus. Was nicht heißt, alles ist halb so wild. „Die Lage ist verdammt ernst.“

Lünen

, 19.03.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Im Kreishaus Lünen werden Menschen auf das Coronavirus getestet. Am Donnerstag blieb die Zahl der nachgewiesen Infizierten in Lünen stabil. Im Kreis gibt es 10 neue Fälle. Die Lage ist ernst.

Im Kreishaus Lünen werden Menschen auf das Coronavirus getestet. Am Donnerstag blieb die Zahl der nachgewiesen Infizierten in Lünen stabil. Im Kreis gibt es 10 neue Fälle. Die Lage ist ernst. © Claeßen

Die Zahl der Corona-Fälle im Kreis Unna ist von 61 am Donnerstag (19. März) auf 83 Fälle am Freitag (20. März) gestiegen. In Lünen erhöhte sie sich von 7 auf 9 Fälle.

Am Donnerstag befand sich von den 61 Infizierten nur eine Person in stationärer Behandlung, 60 seien in häuslicher Quarantäne, sagte Kreissprecher Max Rolke am späten Donnerstagnachmittag im Gespräch mit unserer Redaktion.

„Bei der Person, die sich im Krankenhaus befindet, handelt es sich um einen stärkeren Fall.“ Weitere Angaben zu der infizierten Person wie Geschlecht, Alter oder Wohnort machte Rolke keine: „Erstens, weiß ich es nicht, und zweitens, dürfte ich dazu aus datenschutz-rechtlichen Grünen keine Angaben machen.“

Häusliche Quarantäne für Infizierte

Die Infizierten, die sich in häuslicher Quarantäne befinden, stehen nach Angaben Rolkes in telefonischem Kontakt mit ihrem Hausarzt.

Sollte sich am Telefon herausstellen, dass sich die gesundheitliche Lage verschlechtert, würden die Menschen direkt oder aber nach ärztlicher Begutachtung vor Ort in ein Krankenhaus eingewiesen. Dafür zeichne dann der Haus- oder Notarzt verantwortlich, sagte Kreissprecher Max Rolke weiter.

Ungeachtet dessen arbeite der Kreis Unna unermüdlich und intensivst daran, die weitere Ausbreitung zu verhindern. Dafür stehe der Kreis in regelmäßigem Kontakt mit den zugehörigen Städten und Gemeinden, den Krankenhäusern und allen, die derzeit die Auswirkungen der Coronakrise zu spüren bekommen, erklärte Rolke nach der täglichen Krisenstabs-Sitzung.

Viele Menschen ignorieren Vorgaben

Der Stab berät täglich, wie drängende Probleme gelöst werden können. Dazu gehört nach Angaben des Kreissprechers nicht zuletzt, dass sich immer noch viele Menschen nicht an die strikten Vorgaben der Bundes- und Landesregierung halten, die sozialen Kontakte auf ein Minimum herunterzufahren.

„Es kann doch nicht sein, dass sich Menschen per Facebook zu Corona-Partys verabreden“, sagte Rolke. Gerade junge Leute müssten sich ihrer Verantwortung gegenüber Älteren und Schwächeren bewusst sein und alles unterlassen, was zu einer Übertragung des Virus‘ führt. „Die Lage ist verdammt ernst“, sagte Rolke.

Wichtige Rufnummern

Hier noch einmal wichtige Rufnummern im Überblick:

  • Coronavirus-Hotline NRW-Gesundheitsministerium: 0211 / 9119 1001 (Montag bis Freitag 8 bis 18 Uhr)
  • Coronavirus-Hotline des Bundesgesundheitsministeriums: 030 / 34 64 65 100 und 0800 / 011 77 22 (Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr, am Freitag von 8 bis 12 Uhr )
  • Info-Telefon des Kreises Unna: 0800 / 10 20 205 (Montag bis Donnertag von 8 bis 16 Uhr und Freitag von 8 bis 15 Uhr zu erreichen)
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