Coronavirus fordert mutmaßlich erstes Todesopfer in Europa: Mann in Italien gestorben

Lungenkrankheit

In Italien nimmt die Sorge vor der Ausbreitung des Coronavirus zu. Nun ist ein Mann gestorben, der im Verdacht stand, den Virus in sich zu tragen.

Rom

22.02.2020, 11:10 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein Schild vor der Notaufnahme des Codogno Krankenhauses weist darauf hin, dass der Zugang verboten ist. In Italien wurden drei weitere Personen aus zwei Städten der Lombardei positiv auf das Coronavirus (Sars-CoV-2) getestet.

Ein Schild vor der Notaufnahme des Codogno Krankenhauses weist darauf hin, dass der Zugang verboten ist. In Italien wurden drei weitere Personen aus zwei Städten der Lombardei positiv auf das Coronavirus (Sars-CoV-2) getestet. © picture alliance/dpa

Im nordostitalienischen Venetien ist ein Mann gestorben, der als Verdachtsfall für eine Neuinfektion mit dem Virus Sars-CoV-2 gilt. Das sagte der Präsident der Region, Luca Zaia, am Freitag der italienischen Nachrichtenagentur Ansa. Der Mann war einer von zwei älteren Patienten in Venetien, bei denen eine vermutete Ansteckung mit dem Erreger noch nicht offiziell bestätigt war.

Diagnose lange Zeit unklar

In Italien besteht zurzeit große Sorge vor einer Ausbreitung des neuartigen Coronavirus. Besonders in der an Venetien grenzenden Lombardei steigen die Fallzahlen: Am Freitagabend erhöhte sich die Zahl nachgewiesener Infektionen um weitere 8 auf 14.

Betroffen sind nach Behördenangaben auch fünf Angestellte des Krankenhauses der Kleinstadt Codogno, die sich ansteckten, als das Virus noch nicht als Ursache einer Erkrankung entdeckt war. Der 38-jährige Italiener, der das Virus unwissentlich verbreitete, lag am Freitag in ernstem Zustand auf der Intensivstation des Krankenhauses.

Bei dem 38-Jährigen war das Virus am Donnerstag nachgewiesen worden. In der Klinik war er seit Mittwoch - da es anfangs keine ersichtliche Verbindung zu China gab, wurde er zunächst nicht auf Sars-CoV-2 getestet. Dies geschah den Angaben zufolge erst, als sich sein Zustand verschlechterte und seine Frau erklärte, ihr Mann habe sich kürzlich mit einem aus China zurückgekehrten Freund getroffen.

Mann war bereits im Januar zurückgekehrt

Ob dieser tatsächlich der Ursprung des Ausbruchs ist, war am Abend noch unklar: Das Virus konnte bei dem bereits im Januar zurückgekehrten Mann zunächst nicht nachgewiesen werden. Auch habe er zu keiner Zeit Symptome gehabt, hieß es.

Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte sagte in Brüssel, dass Italien nach den Nachweisen eine neue Verordnung zur Isolation von Kontaktpersonen erlassen habe. Alle Personen mit Kontakt zu Infizierten müssen demnach obligatorisch in Quarantäne. Zugleich warnte Conte vor Alarmismus.

RND/dpa