Coronavirus: Ein Lüner Quarantäne-Tagebuch - Tag 6: Tage werden länger

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Coronoavirus, das bedeutet für viele Lüner auch Quarantäne. Wie ist das, wenn man abgeschottet lebt? Autorin Marie Hirschberg (19) führt Tagebuch. Tag 6: Viel Zeit, auch zum Textlernen.

von Marie Hirschberg

Lünen

, 31.03.2020, 13:04 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Tage werden immer länger und die Stunden, die man schläft auch. Die wöchentlichen Besuche im Lippe Bad fehlen langsam wirklich. Für die körperliche Fitness, aber auch, damit der eigene Kreislauf in Schwung kommt. Auch das Immunsystem leidet darunter. Und jetzt wo das Wetter sich abgekühlt und verschlechtert hat, kann man nicht mal die Sonnenstrahlen aufsaugen.

Gastautorin Marie Hirschberg.

Gastautorin Marie Hirschberg. © Quiring-Lategahn

„Aber es gibt auch positive Seiten, man hat Zeit etwas auszuprobieren.“
Marie Hirschberg

Aber es gibt auch positive Seiten, man hat Zeit etwas auszuprobieren, dass man zuvor noch nie getan hat. Per Youtube lerne ich gerade stricken, mehr mäßig, als gut, aber man kann es ja mal probieren. Mein Vater probiert neue Rezepte aus, nachdem meine Tante für uns einkaufen war und ihm die passenden Lebensmittel vorbei gebracht hatte. Er hat nun endlich mal die Zeit, sich in Ruhe auf das Kochen zu konzentrieren und ich kann nur sagen, es schmeckt!

Auf der anderen Seite fallen die alltäglichen Dinge im Haushalt an und man merkt, alle ziehen an einem Strang, um die Aufgaben schnell und ordentlich zu erledigen. So gehören zu meinen Aufgaben aktuell unsere Wäsche und das Bügeln. Dabei empfinde ich mittlerweile tiefen Respekt vor meiner Mutter, die sonst mal „schnell“ unsere Blusen und Hemden bügelt, aber so schnell und einfach ist das leider nicht. Übung macht den Meister. Und noch ist die Quarantäne ja noch nicht vorüber und ich habe noch ein bisschen Zeit, an meinen neuen Aufgaben zu feilen und neue Talente zu vertiefen.

Doch viel wichtiger: Ich finde wieder Zeit, meinen eigenen Text für meine Rolle in unserem neuen Theaterstück zu lernen. Leider kam das Textlernen neben der Arbeit oft zu kurz, aber jetzt habe ich ja genug Zeit und kann dann vorbereitet und ohne Skript in unsere Proben starten. Die Proben fehlen mir auch, es macht Spaß, gemeinsam an einem neuen Projekt zu arbeiten und ein ganzes Stück zu entwickeln. Aber ich sammel viele Ideen, die sobald wir wieder starten können, direkt ausprobiert werden müssen. Ein Ziel, auf das man gerne hinarbeitet und sich freuen kann.

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