Coronavirus: Ein Lüner Quarantäne-Tagebuch - Tag 5: Eine schöne Geste

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Coronavirus, das bedeutet für viele Lüner auch Quarantäne. Wie ist das, wenn man abgeschottet lebt? Autorin Marie Hirschberg (19) führt Tagebuch. Tag 5: Eine schöne Geste der Nachbarin.

von Marie Hirschberg

Lünen

, 30.03.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das kann doch nicht wahr sein. Als es angefangen hat zu schneien, lief es mir eiskalt den Rücken runter. Ich weiß nicht, was schlimmer ist: Gutes Wetter und warme Sonnenstrahlen, aber ich darf nicht raus - oder Schneeregen, der meine Laune nicht besser macht? Bei dem Wetter kann man sich wirklich nur im Bett verkriechen und ein gutes Buch lesen, mit einem schönen warmen Tee in der Hand.

Marie Hirschberg.

Marie Hirschberg. © Quiring-Lategahn

„Helfen bringt nicht nur einen selbst voran, es hilft auch den anderen.“
Marie Hirschberg

Langsam lässt das Zeitgefühl drastisch nach, man bleibt länger auf und steht dafür später auf, was nur dazu führt, dass ich den ganzen Tag lang müde bin. Da habe ich noch nicht mal gemerkt, dass die Uhren umgestellt worden sind. Auf eine Stunde mehr oder weniger in Quarantäne kommt es nicht mehr an. Auch wenn ich den Tag, an dem die Quarantäne vorbei ist, herbeisehne. Dann kann man wenigstens noch eigenständig einkaufen gehen oder zur Arbeit, um die Normalität aufrecht zu erhalten. Einen Tagesrhythmus. Die Grundstimmung wird leider immer stiller und gelangweilter.

Irgendwann ist es dann besser, sich anzuschweigen, denn irgendwann braucht jeder mal seine Ruhe. Und wenn ich aus dem Fenster schaue, ist mir auch nicht zum Lachen zur Mute.

Die Nachbarin versüßt den Tag

Ich wollte gerade den PC herunterfahren und den Eintrag beenden, als es an der Tür klingelte und unsere Nachbarin uns frisch gebackene Waffeln brachte. Eine freundliche Geste, die einem den Tag versüßt. Eine Geste die zeigt, wie nah wir alle in diesen schwierigen Situationen zusammen rücken müssen. Es sind nur die kleinen Dinge, die einem den dunkelsten Tag mit ein paar Sonnenstrahlen erfüllen.

Egal wie dunkel die kommenden Tage sein mögen, zusammen kann man den Tag erhellen, auch wenn man sich nicht direkt sieht. Wenn wir alle mit kleinen Gesten voran gehen. Und uns dieses Helfen, auch nach der Krise, beibehalten, hat unsere Gesellschaft aus dieser schwierigen Zeit gelernt. Helfen bringt nicht nur einen selbst voran, es hilft auch den anderen.

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