Coronavirus: Ein Lüner Quarantäne-Tagebuch - Tag 2: Plötzlich nur noch daheim

dzGesundheitsamt

Coronavirus, das bedeutet für viele Lüner auch Quarantäne. Wie ist das, wenn man abgeschottet lebt? Autorin Marie Hirschberg (19) führt täglich Tagebuch. Tag 2: Warten auf das Testergebnis.

von Marie Hirschberg

Lünen

, 27.03.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als ich heute morgen aus dem Fenster geschaut habe, schien die Sonne und ich hatte sehr viel Lust, mich auf das Fahrrad zu schwingen und ein schönes Eis in der Eisdiele zu essen. Leider aktuell nicht möglich. Aufgrund eines Corona-Falls in der Familie bin ich in Quarantäne. Also haben mein Papa und ich uns einen schönen Eiskaffee selbst gemacht. Ein Gaumenschmaus in dieser Zeit.

Marie Hirschberg.

Marie Hirschberg. © Quiring-Lategahn

„Vielen Dank an alle, die fragen. Ihr seid genau das, was uns gerade gut tut.“
Marie Hirschberg
Aktuell sieht unser Speiseplan leider ein bisschen eintönig aus und wir waren heute froh, als meine Oma uns frisch gebackenen Kirschstreusel vor die Tür gestellt hatte.

Telefon ersetzt persönliche Gespräche

Wir haben freudig durch das Fenster gewunken, auch wenn es uns sehr schwer gefallen ist, uns nicht persönlich, in Form einer Umarmung, zu bedanken. Das Dankeschön kam dann über das Telefon. Aber ein Telefonat bleibt leider nur ein Telefonat und kein persönliches Gespräch.

Unser Telefon steht nicht mehr still, alle fragen nach, ob wir etwas brauchen oder wie es uns geht. Alle wollen helfen, was echt super ist! Vielen Dank an alle, die fragen. Ihr seid genau das, was uns gerade gut tut. Warme Worte, die einem den Tag versüßen, auch wenn einem die Decke auf den Kopf fällt.

Jetzt heißt es warten auf das Testergebnis vom Gesundheitsamt. Ich fühle mich gut. Trotzdem habe ich Angst, das das Ergebnis positiv sein könnte. Dann würde sich die Quarantäne nochmal um vier Tage verlängern, weil der Testtag dann der Stichtag ist.

Eines kann ich jetzt schon nicht mehr hören oder schauen. Ich kann kein Fernsehen mehr schauen ohne durchzudrehen. Ich verstehe die aktuelle Informationsflut zu Covid 19 und diese ist auch von großer Wichtigkeit.

Kein Interesse an Frisurentrends

Aber wirklich, ich frage mich, was die neusten Frisurentrends mit dem Virus zu tun haben, ich meine aktuell können wir alle eh nicht zum Friseur. Und dann wollen wir erstmal schauen, was nach all der Zeit, die vergangen ist um wieder eine gewisse Normalität zu schaffen, noch so angesagt ist.

Eine verrückte Welt, vor zwei Wochen hätte ich selbst nie gedacht, das alles so nah zu erleben. Vor zwei Wochen war alles noch so weit weg. Jetzt beherrscht es irgendwo den Alltag. Ich bin gespannt, wie sich die nächsten Tage entwickeln.

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