Coronavirus: Angehörigen-Besuche in Gefängnissen verboten

Das NRW-Justizministerium hat per Erlass praktisch alle Besuche in Gefängnissen untersagt. Ausnahmen können zum Beispiel in dringenden Fällen für Verteidiger gemacht werden, sagte ein Sprecher des NRW-Justizministeriums am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Der Strafvollzug reagiert damit auf die aktuelle Coronakrise.

18.03.2020, 06:49 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Zellen in einem Gang in der Justizvollzugsanstalt Düsseldorf. Foto: Christophe Gateau/dpa/Archivbild

Die Zellen in einem Gang in der Justizvollzugsanstalt Düsseldorf. Foto: Christophe Gateau/dpa/Archivbild

Nach Angaben des Justizministeriums werden auch „vollzugsöffnende Maßnahmen“ gestoppt, also zum Beispiel Ausgänge. Ausnahmen könnten unter besonderen Umständen gemacht werden. Den Gefangenen sollen als Ausgleich mehr Telefonzeit und Video-Telefonate via Skype ermöglicht werden, was in elf Haftanstalten geht.

NRW setzt - wie vorher unter anderem das Land Berlin - auch die Vollstreckung von Ersatzfreiheitsstrafen bis auf Weiteres aus. Der Jugendarrest werde vorerst keine Neuankömmlinge aufnehmen.

Laut Justizministerium gibt es bisher keinen bekannten Fall eines Corona-infizierten Häftlings. Lediglich ein Bediensteter aus dem Kreis Heinsberg sei positiv getestet worden. Dort habe man die nötigen Maßnahmen ergriffen.

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