Coronakrise: Zunehmend Anfragen bei landeseigener Förderbank

Wie die Bürgschaftsbank ist auch die NRW.Bank eine zentrale Drehscheibe für Wirtschaftshilfe in der Coronakrise. Das Förderinstitut will schnell auf die neue Lage reagieren.

18.03.2020, 06:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Logo der NRW.Bank. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Archivbild

Das Logo der NRW.Bank. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Archivbild

Das landeseigene Förderinstitut NRW.Bank erhält in der Coronakrise zahlreiche Anfragen von Hilfe suchenden Unternehmern und Selbstständigen. Bei der Anfang März eingerichteten Hotline der Bank hätten sich allein am Montag 350 Anrufer nach den Fördermöglichkeiten erkundigt, teilte der Vorstand am Dienstag bei der Bilanzvorlage in Düsseldorf mit. Im gesamten Zeitraum seien es 750 gewesen. Außerdem erreichten die Förderbank Anfragen über die Website und per Mail. Deshalb sei die Zahl der eigenen Telefonberater schrittweise auf zwölf verdoppelt worden.

Beim Großteil der Fragen gehe es um Liquiditätsengpässe, bei denen etliche kleine Unternehmen signalisiert hätten, man komme noch einige Wochen über die Runden, aber dann sei es vorbei. Auch bei den Förderangeboten reagiere man. Beim wichtigsten Förderinstrument, dem „NRW.Bank.Universalkredit“, übernehme das Förderinstitut jetzt gegenüber der Hausbank auch 80 Prozent des Risikos statt bisher nur 50 Prozent und das auch ab dem ersten Euro der Kreditsumme. Zudem soll auch sehr schnell über die Bewilligung der Förderung entschieden werde, die in der Regel über die Hausbank abgewickelt werde.

Angesichts extrem niedriger Marktzinsen hat die NRW-Wirtschaft im vergangenen Jahr Förderprogramme der NRW.Bank deutlich weniger genutzt. Das Fördervolumen für Unternehmen sank um fast ein Viertel (900 Millionen Euro) auf rund 2,7 Milliarden Euro. Der Vorstand nannte neben dem Niedrigzinsniveau am freien Markt auch die konjunkturelle Abschwächung als Grund für den Rückgang. Unternehmen hätten deshalb weniger Neigung gezeigt zu investieren. Die gesamte Fördersumme inklusive der Bereiche Wohnen und Kommunen, in denen es Zuwächse gab, blieb 2019 mit 10,3 Milliarden Euro aber unverändert.

Das milliardenschwere Sanierungsprogramm „Gute Schule“ wird von den Kommunen umfangreich genutzt. Zwischen 2017 und Ende 2019 haben die Kommunen bereits 1,2 Milliarden Euro in die Schulinfrastruktur investiert. Das Programm läuft noch bis Ende 2020. Der Vorstand geht davon aus, dass letztlich alle Mittel restlos für die Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen an Schulen abgerufen werden. Die Tilgung trage dabei das Land NRW und die Zinsen die NRW.Bank. Die Gelder würden breit von den Schulträgern eingesetzt: für Schulneubau über Modernisierung, für Digitalisierung bis hin zu den Sportstätten.

Als Beispiel ihrer Firmenbeteiligungen stellte die NRW.Bank das Dortmunder Unternehmen Scienion vor, das derzeit zwei Testsysteme zu Covid-19 entwickele. Darunter sei ein Screening-Testsystem für Krankenhäuser, bei dem innerhalb von 2,5 bis 5 Stunden Ergebnisse für 100 Patienten parallel vorliegen könnten. Dieser Test sei seit vergangener Woche zugelassen, werde weltweit verkauft, erklärte die NRW.Bank. Er werde bei dem inzwischen mehr als 100 Mitarbeiter zählenden Unternehmen Scienion in Dortmund und Berlin produziert.

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