Coronakrise: Etliche Hilferufe aus der Wirtschaft

Die anhaltende Coronakrise bringt durch Auftragsausfälle und Lieferengpässe zunehmend Unternehmen in Schwierigkeiten. „Wir werden zur Zeit insbesondere mit Hilferufen aus der Reisebranche, Messe- und Veranstaltungstechnik und Gastgewerbe konfrontiert“, erklärte NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) auf Anfrage in Düsseldorf. Das werde „in wenigen Wochen anders aussehen, wenn auch beim produzierenden Gewerbe die Reichweite der Lager erschöpft ist und sich der Wachstumseinbruch auf den internationalen Märkten auch auf die Bestellungen negativ auswirkt.“

10.03.2020, 06:40 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der nordrhein-westfälische Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP). Foto: Roland Weihrauch/dpa/Archivbild

Der nordrhein-westfälische Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP). Foto: Roland Weihrauch/dpa/Archivbild

„Es gilt daher schon jetzt mit den Bundesministerien für Wirtschaft und Finanzen sowie der EU-Kommission die Weichen für notwendige weitere Hilfen zu stellen“, betonte er. Das könne Deutschland nicht allein. Dafür sei wie in der Finanz- und Wirtschaftskrise vor zehn Jahren eine vorübergehende Erweiterung des Beihilferahmens durch die EU erforderlich. „Dazu sind wir in ständigem Austausch mit dem Bund.“

Als wichtige Hilfsmaßnahmen sieht er die beschlossenen niedrigeren Hürden für die Beantragung von Kurzarbeitergeld und das Erstatten der Sozialbeiträge für die ausgefallenen Arbeitsstunden. Außerdem nannte er Bürgschaften für Überbrückungskredite. Entschädigungen für die Lohnfortzahlung für infizierte Mitarbeiter in Quarantäne seien bei den kommunalen Landschaftsverbänden zu beantragen. Pinkwart sprach sich dafür aus, den Soli rückwirkend zum Jahresbeginn abzusenken und auf mittelständische Betriebe und Kapitalgesellschaften auszuweiten.

Das landeseigene Förderinstitut NRW.Bank, das Unternehmen am Service-Telefon unter der Nummer 0211 91741 4800 berät, haben Dutzende Anfragen zu den Hilfsangeboten des Landes erreicht. „Wir hatten bei unserer Hotline bislang etwa 50 Anrufe rund um das Thema - hauptsächlich von Dienstleistungsunternehmen, zum Beispiel aus der Eventbranche“, sagte eine Sprecherin der NRW.Bank auf Anfrage.

Die Unternehmen interessierten sich insbesondere für Förderinstrumente bei Liquiditätsengpässen. „In einem solchen Fall empfehlen wir die Aufnahme eines Betriebsmittelkredits über die jeweilige Hausbank“, erläuterte die Sprecherin des Förderinstituts. Die NRW.Bank fördere Betriebsmittelkredite zum Beispiel über den NRW.Bank.Universalkredit und den NRW.Bank.Mittelstandskredit.

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