Neue Corona-Teststelle im Marienkrankenhaus: Ergebnis nach 15 Minuten

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Eine unentdeckte Corona-Infektion im Krankenhaus: Das kann schlimme Folgen haben. Im Marienkrankenhaus in Schwerte gibt es deshalb nun eine Teststation. Aber nicht für alle.

Schwerte

, 15.11.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zeitschriften, Bonbons, kleine Geschenke für die Patienten - so sah das Angebot im Kiosk des Marienkrankenhauses an der Goethestraße früher aus. Wer jetzt die Klinik über den Haupteingang betritt, landet zunächst vor einem Tisch mit einem Security-Mitarbeiter. Direkt daneben befindet sich der leergeräumte Kiosk. Das Schild davor erklärt: „Covid 19 Teststelle“.

Corona-Teststelle seit Montag in Betrieb

Seit Montag ist die neue Teststelle in Betrieb. Allerdings ist sie für Krankenhaus interne Corona-Tests und nicht für die Öffentlichkeit. Hier werden auch nicht die klassischen PCR-Abstriche gemacht, die dann in einem Labor bearbeitet werden, sondern überwiegend Schnelltests. Bereits 15 Minuten nach der Testung steht das Ergebnis fest. Getestet werden Mitarbeiter und Besucher. Wobei Letztere ohnehin nur noch in Ausnahmefällen ins Krankenhaus dürfen.

Johanna Hufnagel (l.) und Kathy Pandrick sind das Fachpersonal in der neuen Covid19-Teststelle im Marienkrankenhaus.

Johanna Hufnagel (l.) und Kathy Pandrick sind das Fachpersonal in der neuen Covid19-Teststelle im Marienkrankenhaus. © Heiko Mühlbauer

So läuft der Schnelltest ab

Kathy Pandrick ist eigentlich die pflegerische Leiterin der Frauenklinik und der plastischen Chirurgie. Im Moment baut sie aber gemeinsam mit ihrer Kollegin Johanna Hufnagel die Teststelle auf. Sie erklärt, wie so ein Schnelltest abläuft:

Der Abstrich wird mit einem langen Stäbchen mit Tupfer aus der Nase der Probanden entnommen. Dazu muss das Stäbchen relativ weit in die Nase eingeführt werden. „Im Prinzip so weit, bis das Auge tränt“, erklärt sie. Das empfinden viele Patienten als schmerzhaft. Dann wird das Stäbchen in einer Flüssigkeit ausgedreht, sodass sich das Nasensekret löst. Aus dieser Flüssigkeit werden dann drei Tropfen auf einen Teststreifen getropft. Der sieht ähnlich wie ein handelsüblicher Schwangerschaftstest aus. Nach 15 bis 30 Minuten kann das Ergebnis abgelesen werden.

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Test hat eine fast 100 prozentige Trefferquote

Der Test an sich gilt als sicher. 99,68 Prozent Trefferquote soll er haben. Allerdings ist dieser Schnelltest nur eine Momentaufnahme. Denn er kann nur dann Corona-Patienten erkennen, wenn die bereits erste Symptome haben. Wenn die Viruslast zu gering ist, schlägt der Schnelltest nicht an. Wer also heute mit diesem Test noch keine Covid19-Infektion bestätigt bekommt, kann am kommenden Tag bereits infiziert sein.

Security-Mitarbeiter empfangen derzeit alle Besucher und ambulanten Patienten des Marienkrankenhauses. Wer rein will, muss einen Covid-Bogen ausfüllen.

Security-Mitarbeiter empfangen derzeit alle Besucher und ambulanten Patienten des Marienkrankenhauses. Wer rein will, muss einen Covid-Bogen ausfüllen. © Heiko Mühlbauer

Im Marienkrankenhaus werden derzeit die Beschäftigten und Besucher getestet, aber nur dann, wenn sie irgendwelche Symptome verspüren. Die reichen von Erkältungsbeschwerden bis zum Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn.

Besucher dürfen ohnehin nur noch dann ins Krankenhaus, wenn es ihren Angehörigen sehr schlecht geht oder sie psychisch dringend Beistand brauchen. Jeder, der Einlass begehrt, muss einen Bogen beim Security-Mitarbeiter am Empfang ausfüllen. Wenn es in dem Bogen einen Anhaltspunkt für eine mögliche Infektion gibt, wird man an die Teststelle weiter geleitet.

Ab Montag sollen noch mehr Menschen getestet werden

Rund 30 Tests hat man in der ersten Woche gemacht. Doch ab Montag soll der Laden richtig brummen. Dann werden auch Patienten getestet, die für ambulante Operationen anstehen. Bis zu 40 Tests pro Tag sind anvisiert. Patienten, die stationär aufgenommen werden, müssen ohnehin zuvor mit dem klassischen Corona-Test überprüft werden.

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„Die Einrichtung dient der Sicherheit der Patienten“, erklärt Marienkrankenhaus-Sprecher Schnitker. Das sei schon ein gewaltiger Schritt verglichen mit den Zuständen im Frühjahr. Damals fehlte es an allem, von der Schutzausrüstung bis zur Testkapazität. Jetzt sei man in der Klinik verhältnismäßig sicher.

Auch weil die beiden Pflegekräfte sich derzeit werktags und am Wochenende um die neue Teststation kümmern. „Wenn die erstmal läuft, bauen wir aber ein Team auf“, sagt Kathy Pandrick.

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