Corona: Stadt verstärkt Ordnungsamt, Polizei mit Sonderlob für Lünen

Corona-Krise

Am Wochenende hält der Frühling Einzug: Es wird sonnig und warm. Die Stadt befürchtet, dass dann viele Menschen draußen unterwegs sind. Die Polizei hat unterdessen ein Lob für die Lüner.

Lünen

, 03.04.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Soll muss es derzeit sein: Die Lüner halten sich laut Verwaltung und Polizei vorbildlich an das Kontaktverbot. Entsprechend leer ist die Fußgängerzone.

Soll muss es derzeit sein: Die Lüner halten sich laut Verwaltung und Polizei vorbildlich an das Kontaktverbot. Entsprechend leer ist die Fußgängerzone. © Goldstein

Bis zu 21 Grad sind für das Wochenende vorhergesagt - an jedem normalen Wochenende bedeutet das: volle Biergärten und Straßencafés. Da aber in diesen Wochen rein gar nichts mehr normal ist, müssen die Stühle in der Fußgängerzone - sofern sie nicht schon weggeräumt sind - leer bleiben.

Darauf weist auch die Stadt Lünen noch einmal explizit hin: „Ein Verstoß gegen das Zusammenkunftsverbot von mehr als zwei Personen in der Öffentlichkeit ist mit einem Bußgeld in Höhe von mindestens 200 Euro pro Person belegt.“ Treffen sich diese Personen auch noch zum Picknicken oder Grillen, steigt das Bußgeld auf 250 Euro.

Mittlerweile 18 Bußgeldverfahren

Bisher allerdings, auch das betont die Stadt, hielten sich die Lüner an die Regeln: „„Allgemein stellen wir fest, dass die Vorgaben vom Großteil der Menschen akzeptiert und umgesetzt werden“, berichtet Bernd Wiesner. Auch die Kontrollen seien bisher überwiegend unproblematisch. Seit die umfassenden Regeln der landesweiten „Coronaschutzverordnung“ gelten, habe die Stadt „lediglich 18 Bußgeldverfahren eingeleitet“. Sie stünden alle in Verbindung mit Verstößen gegen die Zusammenkunftsbeschränkungen.

Bisher war seitens des Ordnungsamtes von lediglich drei Ordnungswidrigkeitsanzeigen die Rede gewesen. Wobei auch die 18 Verfahren eine sehr gute Bilanz darstellen, die nur noch von der Polizei getoppt wird: „Das Kontaktverbot gilt seit dem 22. März - und in Lünen hatten wir seitdem lediglich einen Einsatz. Diese Zahl ist der beste Beweis dafür, dass die Menschen in der Stadt an der Lippe verantwortlich mit der Corona-Pandemie umgehen. Das ist stark. Herzlichen Dank dafür“, lässt sich Polizeipräsident Gregor Lange in einer Mitteilung zitieren.

Bei dem Einsatz habe es sich laut Polizeisprecher Peter Bandermann um 5 Personen gehandelt, die gegen das Infektionsschutzgesetz verstoßen hätten. „Die Personengruppe wurde mündlich aufgefordert, sich aufzulösen.“ Auch Befürchtungen über eine Zunahme bei der häuslichen Gewalt durch die Kontaktsperre hätten sich nicht bestätigt: Laut Bandermann gab es in Lünen seit dem 25. März drei solcher Fälle.

„Vorschriften gewissenhaft beachten“

Damit das auch so bleibt, hat die Stadt Lünen angekündigt, dass es auch am Wochenende im gesamten Stadtgebiet Kontrollen geben wird: „Das Ordnungsamt hat sich für diese Aufgabe mit Kräften aus anderen Bereichen der Stadtverwaltung verstärkt.“ Außerdem unterstützt ein privater Sicherheitsdienst die Kontrollen.

Polizeipräsident Gregor Lange geht hingegen davon aus, „dass die große Mehrheit weiter die Vorschriften gewissenhaft beachten wird und immer ausreichend Abstand hält, um Infektionen zu vermeiden. Dafür möchte ich mich im Voraus bedanken“.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Alte Regelung gilt nicht mehr
Ärger über fehlende Behindertenparkplätze am Preußenhafen in Lünen
Hellweger Anzeiger 21-jähriger Lüner vor Gericht
Bluttat in der Nikolausnacht: Verteidigerin überrascht mit Antrag