Corona-Rückholaktion: Touristen müssen bis zu 1000 Euro zahlen

Coronavirus

Das Auswärtige Amt verschickt jetzt Kostenbescheide an Bürger, die bei der großen Corona-Rückholaktion nach Deutschland heimgeflogen wurden. Manch einer muss bis zu 1000 Euro zahlen.

Berlin

26.06.2020, 16:53 Uhr / Lesedauer: 2 min
Es war größte Rückholaktion in der Geschichte, nun werden die heimgeholten Urlauber vom Auswärtigen Amt zur Kasse gebeten.

Es war größte Rückholaktion in der Geschichte, nun werden die heimgeholten Urlauber vom Auswärtigen Amt zur Kasse gebeten. © picture alliance/dpa

Urlauber, die nach Ausbruch der Corona-Pandemie von der Bundesregierung nach Deutschland zurückgeflogen wurden, erhalten in diesen Tagen Post vom Auswärtigen Amt. Das Ministerium von Heiko Maas (SPD) bittet um die Rückerstattung der ausgelegten Rückreisekosten. Die ersten rund 1000 Bescheide sind schon raus.

Nach längerer Prüfung hat sich das Auswärtige Amt zu einem vierstufigen Kostenmodell entschieden. Die Summen sind abhängig von der zurückgelegten Entfernung. Demnach fallen für Rückflüge von den Kanaren und Nordafrika 200 Euro pro Person an. Urlauber aus Südafrika und der Karibik zahlen 500 Euro zurück. Rückkehrer aus Südamerika und Asien müssen mit einer Selbstbeteiligung von 600 Euro rechnen. Und für zurückgeholte Fernreisende aus Neuseeland und Australien werden 1000 Euro fällig.

Rund 250.000 Menschen wurden zurückgeholt

Die Bundesregierung hatte mit 260 Charterflügen und zwölf teilweise gecharterten Flügen rund 67.000 Personen aus insgesamt 65 Ländern zurückgebracht. Darunter sind etwa 7600 Staatsangehörige aus anderen EU-Ländern und rund 3650 Drittstaatsangehörige. Insgesamt wurden rund 250.000 Menschen in einer gemeinsamen Aktion von Bundesregierung, Fluggesellschaften und Reiseveranstaltern zurückgeholt.

Mit der Pauschalenlösung habe sich die Bundesregierung für eine transparente und möglichst unbürokratische Lösung entschieden, welche die Gleichbehandlung aller Reisenden zum Ziel hat, hieß es dazu aus dem Auswärtigen Amt. Eine Kostenbeteiligung ist im Konsulargesetz vorgesehen.

Nach Erhalt der Zahlungsaufforderung haben die Betroffenen vier Wochen Zeit, die Summe zu überweisen. Sie hatten sich zur Selbstbeteiligung bei den Kosten der Rückholaktion verpflichtet, als sie sich bei der örtlichen deutschen Botschaft für die Rückholaktion des Auswärtigen Amtes registrierten.

94 Millionen Euro für die Rückholaktion ausgelegt

Unter den ersten Empfängern der Kostenbescheide sind Reisende aus allen vier Preisstufen. Sie wurden aus Australien, Marokko, Indien, Bolivien, den Philippinen und Togo heimgeflogen.

Die Bundesregierung hat rund 94 Millionen Euro für die Rückholaktion ausgelegt. Die tatsächlichen Kosten dürften nach dem Eingang der Eigenbeteiligung von Passagieren sinken. Die Teilnehmer tragen knapp 40 Prozent der Gesamtkosten. Zudem rechnet die Bundesregierung mit EU-Zuschüssen für die Mitnahme von europäischen Staatsangehörigen.

RND

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