Corona: NRW testet Telemedizin hinter Gefängnismauern

Telemedizin könnte die Behandlung für Patienten und Ärzte in vielen Fällen beschleunigen, vereinfachen und Ansteckungsgefahren mindern - gerade während der Corona-Pandemie. Aber funktioniert das auch mit der speziellen Klientel hinter Gittern? NRW testet das.

25.05.2020, 02:10 Uhr / Lesedauer: 1 min

Nordrhein-Westfalen hat ein Pilotprojekt für Telemedizin im Justizvollzug gestartet. Heute (11 Uhr) stellt Justizminister Peter Biesenbach (CDU) die Initiative in Düsseldorf vor.

Telemedizin soll gerade in Zeiten der Corona-Pandemie gefahrlos die Distanz zwischen Arzt und Gefangenen überbrücken, aber auch danach für eine bessere medizinische Versorgung hinter Gefängnismauern sorgen. Den Zuschlag für das Projekt hat nach europaweiter Ausschreibung ein Telemedizin-Dienstleister aus Hamburg erhalten.

Etwa ein Fünftel der 36 Justizvollzugsanstalten in NRW nimmt an dem Modellversuch teil. Sollte sich die Technik als erfolgreich erweisen, soll Telemedizin flächendeckend im Strafvollzug Nordrhein-Westfalens eingesetzt werden. Biesenbach verspricht sich davon neben einer umfassenderen medizinischen Versorgung mit geringeren Ansteckungsrisiken auch personelle Entlastung.

Allerdings muss der Praxistest zeigen, ob das Angebot auch für die spezielle Klientel hinter Gittern funktioniert. Bekanntlich sitzen im Justizvollzug häufig Menschen mit komplexen, auch psychisch schwierigen Problemlagen ein.

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