Corona-Krise und Blutpenden: Strenge Auflagen gefährden Leben

dzBlutspende

In den Sommerferien fehlt es an Blutkonserven. Das führt zu großen Problemen bei der Versorgung von Patienten. Die hohen Auflagen in der Corona-Krise erschweren die Blutspende zusätzlich.

von Jannah Heiming

Schwerte

, 30.07.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schon in der Corona-Krise mangelte es an ausreichend Blutspenden – jetzt sind in der Urlaubssaison die Zahlen an Blutspenden weiter gesunken. Dadurch ergeben sich große Probleme bei der Versorgung von Patienten mit Blut. Das Deutsche Rote Kreuz ruft um Hilfe.

Weil einige Blutbestandteile nur maximal vier Tage haltbar sind, müsse regelmäßig für Nachschub gesorgt werden. Deswegen bittet der Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes diejenigen, die sich gerade nicht im Urlaub befinden und spendefähig sind, eine Blutspende zu leisten.

Spendefähig: Das ist jeder, der gesund, fit und mindestens 18 Jahre alt ist. Eine besondere Bitte gehe aber an alle Blutspender, die eigentlich auf Firmen-Blutspenden in ihren Unternehmen spenden.

Krankenhäuser erhalten nicht alle Blutspenden im vollen Umfang

„Durch Corona können aktuell viele Blutspendetermine nicht durchgeführt werden. Wir merken dies vor allem an den fehlenden Firmen- und Universitätsterminen. Viele der Mitarbeiter und Studenten arbeiten und lernen aktuell im Home-Office und so fallen die üblichen Firmen- und Uni-Termine derzeit beinahe komplett aus“, so Stephan David Küpper, Pressesprecher des DRK-Blutspendedienstes West.

Es fehlen monatlich tausende Blutkonserven, insbesondere bei den Blutgruppen 0 Rhesus positiv und 0 Rhesus negativ.

Wöchentlich führe das Deutsche Rote Kreuz im westlichen Gebiet hunderte Blutspenden durch. Es sei wichtig, dass besonders Spender, die sonst im eigenen Unternehmen spenden, einen dieser Termine besuchten. Nur so könne auch während der Ferien das lebensrettende Blut an Krankenhäuser geliefert werden, sagt Stephan David Küpper.

Spenden unter Corona-Maßnahmen

Wegen der aktuellen Corona-Lage gibt es geltende Zulassungsbestimmungen, die einen hohen Schutz für Blutspender und Empfänger bieten.

Begleitpersonen und Kinder von Blutspendern dürfen aus hygienischen Gründen daher derzeit nicht mit in das Blutspendeportal. Die Spender werden gebeten, ihren eigenen Kugelschreiber und ihre Mund-Nasen-Bedeckung mitzubringen.

Auf Corona getestet werden die Spender nicht, denn es gibt keine Hinweise auf eine Übertragung des Virus durch Blut. Ständig aktualisierte Infos finden Sie unter https://www.blutspendedienst-west.de/corona.

Das wird vor einer Blutspende kontrolliert

Vor der Blutspende werden Körpertemperatur, Puls, Blutdruck und Blutfarbstoffwert überprüft und Untersuchungen auf Infektionskrankheiten durchgeführt. Jeder Blutspender erhält einen Blutspendeausweis mit seiner Blutgruppe. Die eigentliche Spende dauert circa fünf bis zehn Minuten. Mitzubringen ist der Personalausweis.

Weil derzeit kein Imbiss nach der Blutspende stattfindet, gibt es nach der Spende einen Lunch-ToGo mit einem Imbiss.

Termine gibt es auf der Website www.blutspende.jetzt.

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