Corona-Krise: Soforthilfen für freischaffende Künstler

Theater schließen, Konzerte fallen aus, Volkshochschulen bieten keine Kurse an: alles wegen Corona. Unmittelbar betroffen sind freischaffende Künstler, die oft von der Hand in den Mund leben müssen. Für sie bietet das Land einen „Finanzpuffer“.

20.03.2020, 15:40 Uhr / Lesedauer: 1 min
Euro-Banknoten liegen auf einem Tisch. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Euro-Banknoten liegen auf einem Tisch. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Angesichts geschlossener Theater und Konzerthäuser in der Corona-Krise hilft das Land freischaffenden Künstlern mit einem Überbrückungsgeld. Künstler könnten unbürokratisch eine Einmalzahlung in Höhe von 2000 Euro beantragen, sagte NRW-Kultur- und Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos) am Freitag in Düsseldorf. Der Betrag müsse nicht zurückgezahlt werden. Das Ministerium habe dafür einen Fonds von fünf Millionen Euro aufgelegt. „Wir werden nicht zulassen, dass die Corona-Pandemie zu einer Krise der Kultur in unserem Land wird“, sagte Pfeiffer-Poensgen.

„Ziel ist es, den zahlreichen Freiberuflern, Initiativen und Einrichtungen in der Kultur einen Finanzpuffer zu verschaffen“, sagte die Ministerin. Die akuten, durch die Krise verursachten Ausfälle sollten überbrückt oder zumindest abgefedert werden, bis das Geld aus dem Milliarden-Paket der Landesregierung und dem Milliarden-Fonds des Bundes für Solo-Selbstständige fließe. Freischaffende Künstler haben oft nur geringe Rücklagen. Sie könnten „in kürzester Zeit in existenzbedrohende Situationen rutschen“, wenn Aufführungen und Veranstaltungen wegfallen.

Die Ministerin betonte, dass bereits bewilligte oder noch in Prüfung befindliche Förderungen in Höhe von mehr als 120 Millionen Euro ausgezahlt würden. Dies gelte auch, wenn die Projekte wegen Corona abgesagt oder verschoben werden müssten. Wegen der vielen Erkrankungen sind bis zum Ende der Osterferien öffentliche und private Einrichtungen geschlossen und Veranstaltungen abgesagt.

Auch die Einrichtungen der Weiterbildung und politischen Bildung in Nordrhein-Westfalen sollen bereits bewilligte Fördergelder erhalten, obgleich die Veranstaltungen derzeit ausfallen. Fördermittel in Höhe von ebenfalls rund 120 Millionen Euro würden ausgezahlt, sagte Kulturstaatssekretär Klaus Kaiser (CDU). In NRW gibt es rund 460 Weiterbildungseinrichtungen mit 5800 fest angestellten Mitarbeitern sowie 73 500 Dozenten im Neben- oder Hauptberuf. Jährlich werden etwa 250 000 Veranstaltungen angeboten.

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