Corona-Krise: Kontrolliert das Ordnungsamt noch Einhaltung der Auflagen?

dzOrdnungsamt

Immer mehr greifen die Lockerungen der Auflagen durch die Coronaschutzverordnung. Was anfangs streng reguliert war, das Kontaktverbot, ist jetzt aufgeweicht. Wer hat noch sein Auge darauf?

Selm

, 11.06.2020, 20:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn man sich so die überregionalen Medien ansieht, scheint mit den Lockerungen der Auflagen auch eine eher lockere Haltung der Menschen zum Coronavirus einher zu gehen. Volle Strände an Nord- und Ostsee, volle holländische Innenstädte, Demonstrationen ohne Einhaltung des Mindestabstands und oftmals auch mit Teilnehmern ohne Mundschutz. Eine Entwicklung, die, gemessen an den strengen politischen und behördlichen Auflagen über viele Wochen, rasant anmutet. Es scheint, als ob niemand dieser Entwicklung Herr wird und die Auflagen durchsetzen kann.

Wie ist die Erfahrung des Ordnungsamtes in Selm? Halten sich die Menschen genau so an die Auflagen wie noch vor ein paar Wochen als es ja noch stärkere Beschränkungen des öffentlichen Lebens gegeben hat? Jetzt sind ja öffentliche Einrichtungen wieder geöffnet. Kontrolliert das Ordnungsamt dort jetzt intensiv? Zum Beispiel im Freibad, am Ternscher See oder auch im Jugendzentrum Sunshine. Wie lange wird das Ordnungsamt überhaupt noch kontrollieren? Gibt es da eine zeitliche Grenze oder so lange, bis die Pandemie überstanden ist?

Stadt: Ordnungsamt kontrolliert weiter

Diese Fragen haben wir dem Stadtsprecher Malte Woesmann gestellt. Seine Antworten: „Die Erfahrungen der vergangenen Wochen und Monate zeigen, dass sich der Großteil der Bevölkerung an die jeweils geltenden Auflagen aus der Corona-Schutzverordnung gehalten hat und weiterhin hält. Dies gilt auch nach den jetzt zuletzt ermöglichten Lockerungen. Kontrollen des Ordnungsamtes finden weiter innerhalb des regulären ordnungsbehördlichen Außendienstes statt und falls Meldungen zu Verstößen eingehen. Zunächst sind weiterhin Inhaber beziehungsweise Betreiber der Einrichtungen für die Einhaltung der Schutzmaßnahmen verantwortlich und nicht das Ordnungsamt.“

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Die Stadt hatte schon zu Anfang des Shutdowns des öffentlichen Lebens, als auch die Geschäfte nicht mehr öffnen durften, die nicht zu den systemrelevanten Geschäften gehören, die Einhaltung von Auflagen kontrolliert. In Geschäften, aber auch auf öffentlichen Plätzen. Dazu wurde der Außendienst des Ordnungsamtes um Mitarbeiter anderer städtischer Fachbereiche aufgestockt.

Hier und da hatten sie Bußgelder zu verhängen. Es kam aber auch vereinzelt zu Angriffen auf städtische Mitarbeiter. An den langen Feiertagswochenenden im Mai war das Ordnungsamt sehr präsent. Zu Pfingsten musste die Polizei mit Hunden eingreifen, um eine Gruppe von 15 Personen, die sich im Auenpark nicht an das Kontaktverbot hielten, auflösen.

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