Corona-Krise in Werne: Tankstellen-Tristesse, Zigaretten-Hamstern, Einkaufswagen-Pflicht bei Lidl

dzDie Lage in Stockum

Auch an Stockum geht die Corona-Krise nicht vorbei. Während die Tankstellen auf Kundschaft warten, steht vor dem Lidl ein Security-Mann, der die Einkaufswagen entkeimt. Und die Nachfrage im Kiosk gibt Rätsel auf.

Werne

, 27.03.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Toilettenpapier gehört zu den begehrtesten Gütern der heutigen Zeit. In Stockum gibt es das nur beim Lidl an der Werner Straße. Wer dort herein möchte, muss seit Kurzem an einem Sicherheitsmann vorbei. „Ohne Wagen dürfen Sie nicht rein. Anweisung von oben“, erklärt er dem Kunden. Denn durch den Wagen werde ein Sicherheitsabstand nach vorne gewährleistet. „Erst Wagen holen, dann rein. Nicht schwer zu verstehen“, wendet er sich an den nächsten Kunden, der an ihm vorbei in den Laden schlüpfen will.

Mit dem ein oder anderen muss er dennoch kurz diskutieren. „Ich will nur kurz Brötchen holen“, argumentieren die Kunden dann. Doch der Sicherheitsmann lässt sich nicht überreden. Ist der Kunde dann mit dem geforderten Wagen zurück, zückt der Mann in der Warnweste eine Sprühflasche mit Desinfektionsmittel und wischt den Griff des Wagens ab - das selbe Spiel beim Verlassen des Ladens. „Eigentlich bin ich Security. Aber jetzt mache ich eben auch was anderes“, erzählt er.

Die Autos bleiben stehen, doch die Traktoren müssen ziehen

Etwas anderes, das kann nun auch Gerd Diekmann von der D-Tank Tankstelle erledigen. Da es durch die Corona-Krise ruhiger in Stockum geworden ist, habe er Zeit, den Frühjahrsputz im Laden durchzuführen, Regale zu füllen und Papierkram zu erledigen, der vorher liegen geblieben sei.

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„Die Autos sind voll. Als die Preise zu Beginn der Krise sanken, kamen die Leute alle zum Tanken. Jetzt gehen die Leute nicht mehr vor die Tür und der günstige Sprit bleibt im Auto“, erklärt er die Lage.

„Es ist ganz entspannt auf der Autobahn, wenn ich zur Arbeit komme. Kein Stau weit und breit. Da sind dann mal zwei, drei LKW unterwegs“, fügt er hinzu. Ganz verlassen sei die Tankstelle aber keinesfalls, denn die Stockumer Landwirte bestellen aktuell ihre Felder und brauchen dafür reichlich Diesel.

Kein Klopapier an den Stockumer Tankstellen

Außerdem liefe die Werkstatt weiterhin. Reifenwechsel seien im Moment besonders gefragt. Und der Verkauf im Laden? „Wir haben kein Klopapier und keine Nudeln. Deshalb haben wir auch keinen großen Kundenstrom“, sagt Diekmann schmunzelnd.

Janine Vieting, Angestellte an der Esso-Tankstelle, ist nun durch eine Scheibe von den Kunden getrennt.

Janine Vieting, Angestellte an der Esso-Tankstelle, ist nun durch eine Scheibe von den Kunden getrennt. © Sylva Witzig

Ruhiger geworden ist es auch an der Esso-Tankstelle. Dort stehen die Angestellten nun geschützt hinter einer Scheibe. „Die ersten ein, zwei Tage war das schon ein komisches Gefühl. Aber man gewöhnt sich dran“, erzählt die Angestellte Janine Vieting. Etwas sei ihr in den letzten Tagen jedoch aufgefallen: Die Kunden kaufen mehr Zigaretten. Woran das liegen könnte, sei ihr ein Rätsel.

Ähnliches beobachtete auch Gabriele Gehmann vom Stockumer Kiosk. Die Hamsterkäufe indes seien rückläufig. Zu Beginn der Krise hätten sich die Kunden am Kiosk mit Butter, Milch und anderen Lebensmitteln eingedeckt. Stiller geworden sei es an dem beliebten Kiosk aber kaum.

Der Stockumer Kiosk verkauft aktuell mehr Zigaretten als gewohnt.

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