Corona-Krise: Deutsche Nickel plant größeren Stellenabbau

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„Corona ist ein Brandbeschleuniger“, sagt Nickel-Chef Christoph Arntz. Nach Hundhausen und Hoesch trifft die Krise jetzt auch den dritten großen Metallbetrieb in Schwerte mit Wucht.

Schwerte

, 28.10.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Hiobsbotschaft erreichte die Mitarbeiter am Freitag. Bei einer Betriebsversammlung erfuhren sie von den Plänen. Die Geschäftsführung der Deutsche Nickel hatte zuvor den Betriebsrat und die IG Metall informiert, dass das Unternehmen beabsichtige, bis zum Jahresende Arbeitsplätze am Standort Schwerte abzubauen. „Betroffen sind in erster Linie Mitarbeiter aus dem Schmelzbetrieb der Deutsche Nickel GmbH“, so eine Mitteilung der Geschäftsführung.

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Grund sei neben der allgemeinen wirtschaftlichen Lage vor allem die Corona-Pandemie. „Deutsche Nickel verzeichnet seit Ausbruch der Corona-Pandemie einen erheblichen Auftragsrückgang, der zu beträchtlichen Überkapazitäten und hohem Kostendruck geführt hat“, heißt es in der Pressemitteilung.

Auftragslage hat sich rapide verschlechtert

„Die Auftragslage und Ergebnissituation hat sich rapide verschlechtert, und in absehbarer Zeit ist nicht mit neuen Auftragseingängen aus Schlüsselindustrien wie beispielsweise der Öl- und Gasindustrie oder der Automobilindustrie zu rechnen“, sagt Christoph Arntz, einer von zwei geschäftsführenden Gesellschaftern der Deutsche Nickel. Obwohl die Firma schon seit Mitte des Jahres in allen Bereichen Kurzarbeit fahre, reiche diese Maßnahme nun nicht mehr aus. „Wir müssen unser Geschäftsmodell den neuen Marktgegebenheiten anpassen, um hier am Standort eine Zukunft zu haben“, so Arntz weiter. „Der Schritt ist uns nicht leichtgefallen und wir wollen mit den Mitarbeitern und der Situation so sozialverträglich wie möglich umgehen“, so Wolfgang Raulf, der weitere Geschäftsführer der Deutsche Nickel. Rentennahe Jahrgänge erhalten die Möglichkeit, vorzeitig in den Ruhestand zu gehen.

Verhandlungen mit Betriebsrat stehen an

In den nächsten Wochen werde mit dem Betriebsrat im Detail verhandelt. "Da wir mit dem Betriebsrat einen vertrauensvollen Umgang pflegen, hofft die Geschäftsführung auf eine schnelle Einigung, damit wir unseren Mitarbeitern eine lange Zeit der Unsicherheit ersparen“, so Wolfgang Raulf weiter. Der Stellenabbau solle so sozialverträglich wie möglich gestaltet werden.

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Weitere Angaben wollte man nicht machen, da die Mitarbeiter gerade erst informiert worden seien und die Verhandlungen mit dem Betriebsrat erst begonnen hätten.

Hersteller von Draht und Stangen

Die Deutsche Nickel GmbH ist Hersteller von Draht-, Stangen- und Schmiedehalbzeugen, sowie von Vormaterialien für die Band- und Blechherstellung aus Nickel-, Nickelbasis-, und Kupfer-Nickel- und Eisen-Nickel-Legierungen. Nach Angaben der Internetseite des Unternehmens sind dort noch rund 250 Mitarbeiter beschäftigt. 2018 hatten die Geschäftsführer Christoph Arntz und Wolfgang Raulf von der Wickeder Westfalenstahl das Unternehmen übernommen.

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