Deutlich weniger Einbrüche und Unfalltote in Corona-Krise

Leere Straßen, alle bleiben zu Hause - das wirkt sich natürlich auch auf die Arbeit der Polizei aus: Weniger Unfälle, weniger Taschendiebe, dafür aber ganz neue Herausforderungen.

04.04.2020, 10:20 Uhr / Lesedauer: 1 min

In der Corona-Krise sind NRW-weit die Einbruchszahlen und die Zahl der Unfalltoten deutlich zurückgegangen. Das teilten das Innenministerium und die Polizei auf Anfrage mit. Zuvor hatten bereits mehrere Medien berichtet.

Die Zahl der Unfalltoten im Straßenverkehr ging in Nordrhein-Westfalen im März von 37 im Jahr 2019 auf aktuell 23 zurück - ein Rückgang um mehr als ein Drittel, wie ein Polizeisprecher in Duisburg mitteilte.

Die Corona-Krise führe zu einem deutlich geringeren Verkehrsaufkommen. Teils sind die Straßen wie leer gefegt. Am Samstagmorgen gegen 10.00 Uhr meldete der WDR etwa genau einen Kilometer Stau im ganzen Land - und das am ersten Tag der Osterferien. Die Polizei warnt aber davor, die freieren Straßen zu nutzen, um zu rasen.

Spürbare Rückgänge gibt es im März auch bei Taschendiebstählen, Einbrüchen und Raubdelikten - möglicherweise, weil sehr viel weniger Menschen auf den Straßen sind und weil viele Wohnungen auch tagsüber nicht leer stehen, was Einbrecher abschrecken könnte. Das Innenministerium schränkte ein, dass die Zahlen noch nicht belastbar seien. Aber es zeigten sich „Tendenzen“.

Demnach seien zum Stichtag 25. März die Einbruchszahlen um 30 Prozent zurückgegangen. Es habe auch ein Drittel weniger Taschendiebstähle und 170 Raubdelikte weniger gegeben. Die Zahl der Wohnungseinbrüche sank von 2091 im Vorjahresmonat auf aktuell 1423 in NRW (1.3.-29.3.).

Damit nehme die Arbeitsbelastung der Polizei in einigen Bereichen ab, zugleich bringe die Pandemie aber neue Herausforderungen, erklärte das Innenministerium. So seien neue Betrugsmaschen aufgetaucht, bei denen die Corona-Angst der Bevölkerung ausgenutzt werde. Hinzu kämen Diebstähle von Desinfektionsmitteln und Schutzausrüstung. Außerdem unterstütze die Polizei landesweit die Ordnungsämter bei der Durchsetzung der Kontaktverbote der Corona-Schutzverordnung.

Kurzarbeit für Polizisten sei ohnehin nicht möglich, erklärte das Ministerium. Diese Möglichkeit bestehe nicht für Beamte.

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