Corona: Initiativen befürchten Anstieg von häuslicher Gewalt

Als Folge der Corona-Krise befürchten Opferverbände einen Anstieg der häuslichen Gewalt vor allem gegen Kinder und Frauen. „Wir müssen damit rechnen, dass die Zahlen der Fälle von Gewalt gegen Frauen steigen werden“, sagt Claudia Fritsche von der Landesarbeitsgemeinschaft Autonomer Frauenhäuser NRW. Die Landesregierung hatte massiv dazu aufgerufen, Zuhause zu bleiben. Schulen, Kindergärten und viele öffentliche Einrichtungen sind geschlossen.

22.03.2020, 08:40 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eine Frau versucht, sich vor der Gewalt eines Mannes zu schützen (gestellte Szene). Foto: Maurizio Gambarini/dpa/Illustration/Archivbild

Eine Frau versucht, sich vor der Gewalt eines Mannes zu schützen (gestellte Szene). Foto: Maurizio Gambarini/dpa/Illustration/Archivbild

Sie berate täglich mit den Kolleginnen, wie damit umzugehen sei, sagte Fritsche. Besondere Sorge habe sie vor dem Moment, an dem Frauenhäuser unter Quarantäne gestellt würden und keine neuen Frauen aufnehmen könnten. „Das würde weniger Plätze für schutzsuchende Frauen und gleichzeitig mehr Bedarf bedeuten“, so Fritsche.

Auch Kinder können durch die aktuellen Entwicklungen häufiger häuslicher Gewalt ausgesetzt sein. Der Deutsche Kinderverein in Essen appelliert daher an die Bevölkerung: „Wenn Sie Zweifel am Wohl eines Kindes in Ihrer Umgebung haben, teilen Sie Ihre Sorgen dem Jugendamt mit. Das geht auch anonym“, so Rainer Rettinger, Geschäftsführer des Vereins.

Weitere Meldungen