Corona-Defizit: Im Werner Haushalt fehlen fast 3 Millionen Euro Gewerbesteuer

dzPolitik in Werne

Wie wirkt sich die Corona-Krise auf den städtischen Haushalt in Werne aus? Nach der jüngsten Prognose von Bürgermeister Lothar Christ hat die Stadt nun eine detaillierte Liste vorgelegt.

Werne

, 03.06.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Erst kürzlich hatte Wernes Bürgermeister Lothar Christ verkündet, wie sehr das Coronavirus den städtischen Haushalt belastet: Die Stadt müsse mit einem Minus von schätzungsweise rund drei Millionen Euro kalkulieren, hieß es. Der Betrag resultiere unter anderem aus den wegbrechenden Gewerbesteuern, aber auch aus der Erstattung der Kindergartenbeiträge, die die Stadt für die Eltern übernommen hat. Einen massiven Sparkurs oder gar eine Steuer- oder Eintrittspreiserhöhung schloss Christ dabei aus,

Inzwischen hat die Stadt genau aufgelistet, wie sich die Corona-Krise aufs kommunale Portemonnaie auswirkt. Demnach muss Werne nach aktuellem Stand auf der Ertragsseite mit Einbußen von fast 2,7 Millionen Euro rechnen. Mit 2,36 Millionen Euro bilden dabei die Herabsetzungen der Gewerbesteuervorauszahlungen (bis 30. April) den größten Posten. Durch das Angebot in Bücherei, Museum, VHS und Kultur hätte die Stadt rund 138.00 Euro erzielen können, die nun fehlen.

Weniger Einnahmen - aber auch weniger Kosten

Durch die 50-prozentige Übernahme der Elternbeiträge im Bereich Kita/OGS gingen der Stadt im April und Mai fast 134.000 Euro durch die Lappen. Die Leistungen des Bürgerbüros und die Maikirmes hätten gut 37.000 Euro eingebracht. Und mit Parkgebühren sowie Verwarn- und Bußgeldern hätte die Stadt nach eigenen Angaben fast 13.000 Euro eingenommen (bis 30. April).

Teilweise hatte die Kommune durch den Wegfall der Angebote in bestimmten Bereichen allerdings auch weniger Ausgaben, etwa bei den Personalkosten. In der Sparte Bücherei, Museum, VHS und Kultur waren das beispielsweise gut 100.000 Euro. Beim Schul- und Vereinsschwimmen hingegen rund 46.000 Euro. Doch gibt es auf der anderen Seite eben auch erhebliche Mehraufwendungen.

Mehr als 30.000 Euro für Schutzausstattung

So investierte die Stadt wegen der Corona-Krise mehr als 30.000 Euro in Schutzausstattung. Allein Desinfektionsmittel, Spender und Schutzmasken schlugen mit mehr als 22.000 Euro zu Buche. Die Kontrollen des Sicherheitsdienstes ließ sich Werne im März und April zusammengerechnet fast 12.500 Euro kosten. Fast 17.000 Euro machte die Stadt für zusätzliche Technik locker - etwa für mobiles Arbeiten.

Weil sich die Corona-Lage weiterhin ständig ändert, will die Verwaltung in der nächsten Sitzung des Haupt-, Finanz und Wirtschaftsförderungsausschusses am 9. Juni einen aktualisierten Sachstand mitteilen. Bis dahin könnte sich die Rechnung bereits wieder geändert haben.

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