"Corona-Hotspot" Gütersloh: Neuinfektionen liegen weiter über Grenzwert

Coronavirus

Trotz Abwärtstendenz liegen die Corona-Werte im Kreis Gütersloh oberhalb der Marke von 50. Der Corona-Ausbruch beim Fleischwerk von Tönnies hat nach wie vor weitreichende Konsequenzen.

Gütersloh/Warendorf

27.06.2020, 11:33 Uhr / Lesedauer: 2 min
Angehörige der Bundeswehr nehmen in einem stillgelegtem Hubschrauber Hangar Corona-Abstriche bei der Bevölkerung. Anwohner aus dem Kreis Gütersloh können dort mit dem Auto die Teststationen anfahren und sich kostenlos testen lassen.

Angehörige der Bundeswehr nehmen in einem stillgelegtem Hubschrauber Hangar Corona-Abstriche bei der Bevölkerung. Anwohner aus dem Kreis Gütersloh können dort mit dem Auto die Teststationen anfahren und sich kostenlos testen lassen. © picture alliance/dpa

Im Kreis Gütersloh liegt die wichtige Kennziffer der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage trotz einer Abwärtstendenz weiter deutlich über der entscheidenden Marke von 50. Das geht aus den am Samstag veröffentlichten Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor.

Trotz Abwärtstendenz: Im Kreis Gütersloh 164,2 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner

Der Kreis Gütersloh ist der einzige Kreis in Deutschland oberhalb dieser Marke. Nach den jüngsten RKI-Daten gab es im Kreis Gütersloh 164,2 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen - nach zuvor 177,7 Fällen am Freitag. Am Dienstag betrug der Wert laut NRW-Gesundheitsministerium noch 270,2.

Hintergrund ist der massive Corona-Ausbruch beim Fleischwerk von Tönnies in Rheda-Wiedenbrück. Im benachbarten Kreis Warendorf war die wichtige Kennziffer für die Pandemie-Bekämpfung schon am Freitag mit 47,9 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen unter die Marke von 50 gefallen.

Nach den Daten von Samstag sackte sie nun sogar auf nur noch 19,8 Fälle ab. In beiden Kreisen gilt ein Lockdown. Nachdem bereits mehrere Bundesländer Einschränkungen für Reisende aus einem Corona-Hotspot wie dem Kreis Gütersloh auf den Weg gebracht hatten, gab es am Freitagabend eine Bund-Länder-Einigung dazu.

Reisebeschränkungen für "Corona-Hotspots"

Die Länder werden nach dem Beschluss in den besonders betroffenen Gebieten Vorsorge treffen, dass, so wörtlich, „Reisende aus einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt mit kumulativ mehr als 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern innerhalb der letzten 7 Tage nur dann in einem Beherbergungsbetrieb untergebracht werden dürfen beziehungsweise ohne Quarantänemaßnahme in ein Land einreisen dürfen, wenn sie über ein ärztliches Zeugnis in Papier- oder digitaler Form verfügen, welches bestätigt, dass keine Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 vorhanden sind“.

Ein aus einem fachärztlichen Labor stammender Befund gelte als ärztliches Zeugnis. Dieses „muss sich auf eine molekularbiologische Testung stützen, die höchstens 48 Stunden vor der Anreise vorgenommen worden ist“. Maßgeblich für den Beginn der 48-Stunden-Frist sei der Zeitpunkt der Feststellung des Testergebnisses.

dpa

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