Corona: Fernbusanbieter verkauft nur jede zweite Fahrkarte

Weil die Fallzahlen hierzulande noch stetig steigen, ist Vorsicht angesagt. Das gilt vor allem dort, wo viele Menschen auf engem Raum zusammen kommen. In Bussen und Bahnen wird das nun spürbar.

12.03.2020, 11:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Ausbreitung des Coronavirus hat zunehmend auch Auswirkungen auf den Verkehr mit Bus und Bahn. Das Kölner Fernbusunternehmen Pinkbus kündigte am Donnerstag an, künftig nur noch jede zweite Fahrkarte zu verkaufen. „Wir wollen damit die Fahrgäste vor Ansteckung schützen“, sagte Geschäftsführer Christian Höber am Donnerstag. Jedem Fahrgast solle ein freier Platz neben sich garantiert sein. Damit steht der Anbieter bislang allein da, ähnliche Maßnahmen bei anderen Bus- und Bahnunternehmen sind bislang nicht bekannt.

Wie notwendig diese Maßnahme überhaupt ist, bleibt schwer abzuschätzen. Etliche Veranstaltungen werden in diesen Tagen abgesagt, viele Arbeitnehmer ermöglichen ihren Beschäftigten Home Office. Es gebe eine starke Nachfrage nach Umbuchungen, oder Fahrgäste träten die Reise gar nicht erst an, heißt es von Pinkbus. Das Unternehmen bietet Direktverbindungen zwischen Düsseldorf, Berlin, München und Frankfurt an.

Der deutsche Fernbus-Marktführer Flixbus, der auch international unterwegs ist, hat seine Fahrten nach Italien aus Deutschland, Österreich und der Schweiz eingestellt - zunächst bis zum 3. April. „Menschen reisen aktuell generell deutlich weniger“, sagte eine Sprecherin. Auch der Berliner Anbieter BlaBlaBus - vom Unternehmen BlaBlaCar - ist dieser Empfehlung der italienischen Behörden gefolgt. BlaBlaBus beklagt für seine Busse bereits einen Rückgang des Geschäfts um rund ein Fünftel, in Norditalien ging es sogar um knapp 60 Prozent zurück.

Die Deutsche Bahn hat Anfang März aufgrund des neuartigen Coronavirus deutlich weniger Fahrgäste befördert als im Vorjahreszeitraum. Um rund ein Viertel sei das Fahrgastaufkommen in der ersten Märzwoche im Jahresvergleich zurückgegangen, wird Fernverkehrsvorstand Michael Peterson in einer Mitteilung des Bundestags zitiert. Für die laufende Woche rechne der Konzern bei den Fahrgästen sogar mit einem Rückgang um 40 Prozent.

Auch die Privatbahn Abellio verzeichnet bereits „einen merklichen Rückgang an Fahrgästen“. Beziffern ließe sich das aber momentan noch nicht. Das ebenfalls private Bahnunternehmen Keolis merkt noch keinen verstärkten Coronavirus-Effekt.

Die Bahnen haben nach neuen Sicherheitsvorgaben mittlerweile sogenannte Aussteigerkarten dabei. Diese sollen sicherstellen, dass alle Reisenden schnell kontaktiert werden können, wenn sich herausstellt, dass ein Passagier infiziert ist.

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