Corona-Auswirkungen: Über 100 Lüner Firmen haben bereits Kurzarbeitergeld beantragt

dzWirtschaft

Betroffen vom Coronavirus sind vor allem Einzelhändler und Gastronomiebetriebe: Über 100 Lüner Firmen haben bisher Kurzarbeitergeld beantragt. Das schätzt die Agentur für Arbeit Hamm. Und es werden mehr.

Lünen

, 24.03.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Corona-Krise setzt der Lüner Wirtschaft zu. Wie stark, das bekommt momentan die Agentur für Arbeit Hamm zu spüren. „Haben wir normalerweise 100 Anträge auf Kurzarbeitergeld im Monat, so haben wir sie jetzt in zwei Tagen“, sagt Thomas Helm, Chef der Arbeitsagentur. Deren Einzugsgebiet umfasst ganz Südwestfalen mit dem Kreis Unna und Lünen. Insgesamt gebe es fast 5000 Anfragen. Aus Lünen, so eine erste Schätzung, kämen über 100 Anträge.

Bisher nie etwas mit Kurzarbeit zu tun

Nach Auskunft von Agentur-Sprecher Ulrich Brauer seien es vor allem Einzelhändler und Gastronomiebetriebe, also „Firmen, die bisher mit dem Thema Kurzarbeitergeld nie etwas zu tun hatten.“ Er rechnet damit, dass bald auch Friseure dazukommen. Sobald ein Unternehmen einen Mitarbeiter habe, könne Kurzarbeitergeld beantragt werden. Für Selbstständige alleine gelte es nicht.

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Peter Gatzka von der Wirtschaftsförderungszentrum Lünen (WZL) GmbH sagt: „Die Stimmung bei den Unternehmen, die uns kontaktieren, ist natürlich schlecht.“

Die Zahl der Ratsuchenden steige langsam an. „Wir rechnen damit, dass zum Monatsende die Anfragen deutlich zunehmen werden.“

Die kämen aus nahezu allen Branchen. Vorrangig hätten sich beim WZL Firmen aus der Reisebranche und der Gastronomie danach erkundigt, wie sie schnell und unbürokratisch Hilfe bekommen können. Es ginge um die gesamte Palette der Fördermöglichkeiten, von Liquiditätshilfen, Kurzarbeitergeld bis hin zu Zuschüssen. Das WZL habe auf der Homepage die wichtigsten Informationen dazu zusammengetragen.

„Grundsätzlich raten wir den Unternehmen, nicht zu lange zu warten und am besten sofort Kurzarbeit zu beantragen, um sich hier zumindest etwas Entlastung von den Personalkosten zu verschaffen“, so Gatzka.

Zusätzliche Mitarbeiter schulen

Bei der Arbeitsagentur sei man derweil dabei, das bisher kleine für Kurzarbeitergeld zuständige Team aufzustocken. Berufsberater und Arbeitsvermittler würden in Crash-Kursen in Kurzarbeitergeldberatung und -bearbeitung geschult, um die Leistungsgewährung sicherzustellen. Die Arbeitgeber müssen das Geld vorstrecken. „Wir wollen es unbürokratisch auszahlen, so schnell es geht“, erklärt Thomas Helm.

Die Lüner Wirtschaftsförderung hat gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung des Kreises (WFG) Informationspakete zusammengestellt. „Wir können dabei allerdings leider nur insoweit Hilfestellung geben, wie uns die Maßnahmen und Ausführungsbestimmungen von Bund und Land vorliegen“, sagt Gatzka.

Die kreiseigene Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) bietet ab sofort regelmäßig aktualisierte Informationen zu Kurzarbeitergeld, Liquiditätshilfen, wesentliche Schritte zur Krisenprophylaxe und –Krisenbewältigung. Für weitergehende Fragen hat die WFG Kreis Unna ein Krisentelefon eingerichtet: Tel. (02303)27-16 90.
  • Das Jobcenter baut seinen Telefonservice weiter aus. Neben der bekannten Hotline-Nummer 0 23 03 / 25 38-0 ist noch die 0 23 03 / 25 – 22 22 freigeschaltet.
  • Anliegen können auch per E-Mail an jobcenter-kreis-unna@jobcenter-ge.de geschickt werden. Dafür steht eine vollständig auszufüllende Dokumentenvorlage zur Verfügung.
  • Arbeitslosengeld II-Anträge, Weiterbewilligungsanträge und Veränderungsmitteilungen können, nach einer einfachen Registrierung, auch über die Online-Plattform ausgefüllt und weitergeleitet werden.

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