Corona in Flüchtlingsunterkunft: 19 Bewohner unter Quarantäne

dzCoronavirus in Schwerte

„Wir haben Corona im Haus“, warnt ein Aushang. Alle Bewohner eines städtischen Flüchtlingsheims in Schwerte sind getestet worden, nachdem am Dienstag ein erster Fall gemeldet geworden war.

Geisecke

, 06.08.2020, 13:54 Uhr / Lesedauer: 2 min

Corona-Ausbruch in einer Flüchtlingsunterkunft am Gelände des Einkaufszentrums in Geisecke: „Wir haben Corona im Haus!“, warnt mit einem dicken Ausrufezeichen ein Aushangzettel, den Mitarbeiter der Stadt Schwerte mit Tesafilm an die gläserne Eingangstür des Gebäudes im hinteren Bereich der Straße Zwischen den Wegen geklebt haben. Es ist für die Belegung mit maximal 25 Personen ausgelegt.

Erster Bewohner wurde schon am Dienstag positiv getestet

Bereits am Dienstag (4. August) sei ein Bewohner aus einer städtischen Schwerter Flüchtlingseinrichtung positiv auf das Corona-Virus getestet worden, bestätigte am Donnerstagnachmittag Birgit Kalle aus der Pressestelle des Kreises Unna. Auf dem normalen Meldeweg sei das Kreis-Gesundheitsamt vom Hausarzt über diesen Fall informiert worden. Corona zählt zu den meldepflichtigen Krankheiten. Daraufhin sei für die betroffene Person und Kontaktpersonen Quarantäne angeordnet worden.

Ein Aushang der Stadt Schwerte an der Eingangstür des Flüchtlingsheims forderte die Bewohner auf, in Quarantäne zu bleiben.

Ein Aushang der Stadt Schwerte an der Eingangstür des Flüchtlingsheims forderte die Bewohner auf, in Quarantäne zu bleiben. © Reinhard Schmitz

Am Mittwoch war dann ein mobiles Team des Gesundheitsamts vor Ort in Geisecke, um „alle übrigen Bewohner und das Personal“ zu testen - insgesamt 20 Menschen, so Birgit Kalle weiter. Die Ergebnisse lagen am Donnerstag vor: drei weitere Personen waren positiv auf das Coronavirus getestet, 17 negativ: „Es gibt also insgesamt vier Fälle in der Einrichtung.“ Derzeit seien die Kollegen dabei, deren Kontaktpersonen außerhalb der Einrichtung zu ermitteln, um mögliche Infektionsketten zu erkennen.

Ordnungsdienst überwacht die Einhaltung der Quarantäne

Gleichzeitig habe das Gesundheitsamt für 19 Bewohner mündlich eine Quarantäne angeordnet, erklärte Birgit Kalle. Für deren Überwachung sei dann das städtische Ordnungsamt zuständig, das die Betroffenen noch einmal schriftlich über die Quarantäne informiere.

„Das ist erfolgt“, sagte Stadt-Pressesprecher Ingo Rous. Die Einhaltung der Bestimmungen werde auch überwacht: „Kontrollen durch die Polizei und den Kommunalen Ordnungsdienst haben stattgefunden.“ Und der Ordnungsdienst werde weiterhin kontrollieren.

Ob noch weitere Maßnahmen an dem Flüchtlingsheim erforderlich werden, will die Stadt am Freitag entscheiden.

In unmittelbarer Nähe befindet sich ein gut besuchtes Einkaufszentrum

Zusätzliche Brisanz erhält die Situation dadurch, dass sich in unmittelbarer Nähe des Corona-Ausbruchsortes das gut besuchte Geisecker Einkaufszentrum unter anderem mit zwei Discountern und einem Supermarkt mit separater Getränkehalle befindet. Auch ein Tierfachmarkt und ein Textildiscounter ziehen viele Einkäufer an - nicht nur aus Geisecke. Auch aus Lichtendorf und den Iserlohner Ortsteilen Rheinen und Hennen ist das „Centro Geisecke“ ganz schnell erreichbar.

Drei Corona-Patienten werden in Schwerter Klinik behandelt

Nachdem das Marienkrankenhaus fast zwei Monate lang coronafrei gewesen ist, werden dort aktuell wieder drei Patienten mit bestätigter Covid-19-Erkrankung behandelt, wie Pressesprecher Detlev Schnitker erklärte.

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Sie würden am Standort an der Goethestraße versorgt. Woher die Betroffenen stammen, darf er natürlich aus Datenschutzgründen nicht sagen. Der erste der neuen Corona-Patienten sei in der vergangenen Woche eingeliefert worden.

Marienkrankenhaus berät das weitere Vorgehen in der Krise

Zum ersten Mal seit dem Beginn der Sommerferien tagte am Donnerstag auch in der Klinik wieder die sogenannte „Task Force“ in Sachen Corona.

Man müsse sehen, wie man weiter mit dem Virus umgehe und ob man sich nochmal auf steigende Fallzahlen einstellen müsse - beispielsweise mit einem Herunterfahren des Operations-Programms. „Die Strukturen sind aufgebaut“, sagte Detlev Schnitker. Sie müssten im Ernstfall nur wieder aktiviert werden.

Bürgermeister: „Glaube nicht, dass man uns vorwerfen kann, wir würden nichts tun“

Am frühen Donnerstagabend äußerte sich Schwertes Bürgermeister Dimitrios Axourgos auf Facebook zum Vorfall:

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