Cineworld: Minus von 85.000 Besuchern, aber Hoffnung dank James Bond

Neue Werbe-Idee

Wegen der Corona-Pandemie verzeichnete die Lüner Cineworld ein dickes Minus bei den Besucherzahlen. Doch jetzt gibt es Hoffnung - dank neuer Filme und einer neuen Werbe-Idee.

Lünen

, 08.09.2020, 15:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Zum wohl letzten Mal spielt Daniel Craig den Geheimagenten James Bond. Der Film läuft ab Mitte November in der Lüner Cineworld.

Zum wohl letzten Mal spielt Daniel Craig den Geheimagenten James Bond. Der Film läuft ab Mitte November in der Lüner Cineworld. © picture alliance/dpa

Das sind erschreckende Zahlen: Wegen der Corona-Pandemie und ihrer Folgen sanken die Zuschauerzahlen in der sonst so erfolgreichen Lüner Cineworld bislang um 56 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das sind fast 85.000 Besucher weniger als 2019. Zum Vergleich: Das ist in etwa die Einwohnerzahl Lünens. Finanziell bedeutet das in den ersten acht Monaten des Jahres 2020 einen Umsatzeinbruch von rund 1,5 Millionen Euro.

Die Gründe für das Zuschauer-Minus liegen auf der Hand. Zweieinhalb Monate lang war das Lüner Kino im Lockdown komplett geschlossen. Zu Pfingsten wurde die Cineworld wieder eröffnet - mit entsprechendem Hygienekonzept. Doch die Filmverleiher sorgten dann zwischen Juni und August für ein weiteres Minus. Denn sie versorgten in dieser Zeit die Kinos nur mit wenigen Filmen.

Lichtblick durch neue Filme

Aber es gibt einen Lichtblick am Horizont für die Cineworld-Betreiber Lutz Nennmann und Meinolf Thies und ihr Team. Seit Ende August gibt es eine deutliche Trendwende. Denn da kam mit „Tenet“ der erste Blockbuster-Kandidat seit dem Lockdown ins Kino. Anfang September startete dann mit „After Truth“ der zweite Film, der viele Zuschauer ins Kino locken soll.

Lutz Nennmann (l.), einer der beiden Cineworld-Betreiber, und Max Biela, Theaterleiter noch vor Corona im Kinosaal „my private Cineworld“.

Lutz Nennmann (l.), einer der beiden Cineworld-Betreiber. und Max Biela, Theaterleiter noch vor Corona im Kinosaal „my private Cineworld“. © Beate Rottgardt (A)

Im Lauf des Septembers und im Oktober kommen noch weitere Hoffnungsträger der Kinobetreiber auf die Leinwände: „New Mutants“, „Jim Knopf und die wilde 13“, „Wonder Woman 1984“ und der neue Til Schweiger-Film „Gott, du kannst ein Arsch sein“.

Im November steht dann endlich alles im Zeichen des neuen James Bond - in dem Daniel Craig zum letzten Mal den Geheimagenten ihrer Majestät spielt. Eigentlich war die weltweite Premiere des neuen 007-Thrillers im Frühjahr geplant gewesen. Doch dann kam Corona und mit dem Virus die weltweite Verschiebung auf den Spätherbst.

Besonderes Lüftungssystem

Dass dann so viele Besucher wie es die Hygienevorschriften erlauben, sich James Bonds neue Abenteuer im Kino ansehen werden, hoffen Nennmann und Thies. Sie berufen sich in Sachen Sicherheit auch auf eine kürzlich veröffentlichte Studie der Technischen Universität Berlin. Danach seien Kinobesuche durch die dort in aller Regel im Einsatz befindlichen speziellen Quelllüftungen mit Blick auf ein Infektionsrisiko als besonders sicher. Nennmann: „Eine solche Anlage ist auch in der Cineworld im Einsatz.“

Eine neue Werbe-Idee soll in der finanziell schwierigen Zeit helfen. Lokale und regionale Unternehmen und Institutionen können große Werbeflächen am Kino nutzen, um für sich zu werben. Erster Kunde war Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns, der auf vier mal sechs Metern an der Fassade des Kinos für sich zur Kommunalwahl am 13. September wirbt. Weitere Interessenten können die Flächen mieten. Nennmann: „Unsere Leinwände bleiben werbefrei, unsere Fassade ist es aber nicht.“