Chrupalla droht Urhebern des AfD-Malbuchs mit Parteiausschluss

Rassismus

„Wer so etwas rausbringt, hat in der AfD nichts zu suchen“, sagt der Bundesvorsitzende der AfD. Das Handeln des Erstellers sei unentschuldbar, aber ein Einzelfall.

Berlin

26.02.2020, 12:23 Uhr / Lesedauer: 2 min
AfD-Bundesvorsitzende Tino Chrupalla hat gegen ein veröffentlichtes Malbuch Konsequenzen für die Urheber angedroht.

AfD-Bundesvorsitzende Tino Chrupalla hat gegen ein veröffentlichtes Malbuch Konsequenzen für die Urheber angedroht. © dpa

Der AfD-Bundesvorsitzende Tino Chrupalla hat nach Rassismusvorwürfen gegen ein von der nordrhein-westfälischen AfD-Landtagsfraktion veröffentlichtes Malbuch Konsequenzen für die Urheber angedroht. „Wer so etwas rausbringt, hat in der AfD nichts zu suchen“, sagte er der „Welt“. „Dieses Buch bleibt nicht folgenlos, das können Sie mir glauben.“ Das Handeln des Erstellers sei unentschuldbar, aber ein Einzelfall.

Nach Kritik an den rassistischen Inhalten in dem AfD-Malbuch für Kinder war die Partei vergangene Woche zurückgerudert und hatte angekündigt, den Druck einzustellen. Die Bücher mit dem Titel „Nordrhein Westfalen zum Ausmalen“ waren bei einem sogenannten Bürgerdialog in Krefeld verteilt worden.

Strafanzeigen wegen Volksverhetzung gestellt

Die Bilder zeigen etwa einen Autokorso mit türkischen Flaggen, dessen Teilnehmer durchweg bewaffnet sind. Parteien und Organisationen hatten derlei Abbildungen als rassistisch kritisiert, nach der Verteilung der Bücher wurden zudem Strafanzeigen wegen Volksverhetzung gestellt.

Zuletzt hatte die Arbeiterwohlfahrt in Ostwestfalen-Lippe Konsequenzen aus dem zurückgezogenen AfD-Malbuch gefordert. „Machen Sie das Malbuch zum Thema in Ihrem Ausschuss oder im Plenum!“, hatte am Dienstag der Vorstandsvorsitzende der AWO Ostwestfalen-Lippe, Thorsten Klute, an die Landtagsabgeordneten aus der Region appelliert.

Man könne nicht einfach so zur Tagesordnung übergehen, wenn die Bemühungen der Beschäftigten in den Kitas durch Aktionen wie dem AfD-Malbuch torpediert würden. In einer gemeinsamen Aktion forderten die AWO-Bezirksverbände in Nordrhein-Westfalen eine politische Reaktion des Landtags.

Unterschriften aus Kitas und Einrichtungen des offenen Ganztags

In einem offenen Brief an den Präsidenten des NRW-Landtags, André Kuper, und an Landtagsabgeordnete haben Beschäftigte der Kindertagesstätten und des Offenen Ganztags an Grundschulen der nordrhein-westfälischen Bezirksverbände der AWO ihr Entsetzen über das „sogenannte ‚Malbuch‘ der AfD“ geäußert. Begleitet wurde der Brief durch mehrere Tausend Unterschriften aus Kindertageseinrichtungen und Einrichtungen des offenen Ganztags.

Auch wenn sich die AfD inzwischen von dem Malbuch distanziert habe, wäre es falsch, die ganze Angelegenheit nun auf sich beruhen zu lassen, hatte der Bezirksverband Westliches Westfalen erklärt. „Das war keine unbedachte Äußerung, das war eine gezielte Provokation von politischen Hasardeuren und im Ergebnis eine Straftat“, hatte der Bezirksvorsitzende der AWO Westliches Westfalen, Michael Scheffler, in Dortmund gesagt.

RND/epd

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