Rockerprozess: Kölner Ex-„Bandidos“-Chef vor Gericht

Um rund 520 000 Euro sollen der frühere Präsident der Rockergruppe „Bandidos MC Cologne“ und seine Ehefrau einen Schweizer Geschäftsmann betrogen haben. Seit Dienstag wird dem Ehepaar vor dem Kölner Landgericht nun der Prozess gemacht. Laut Anklage soll die 37-Jährige ab 2002 eine Scheinbeziehung mit dem Schweizer neben ihrer Ehe geführt haben. Als sie 2017 von ihrem Ehemann (33) schwanger geworden sei, habe sie ihrem Liebhaber vorgetäuscht, dass er der Vater sei. Dann soll sie Geld für den Kauf einer Wohnung in Köln verlangt haben. Laut Anklageschrift verbrauchte die Frau das Geld mit ihrem Ehemann für die Finanzierung des gemeinsamen „exklusiven Lebensstils“.

09.06.2020, 03:51 Uhr / Lesedauer: 1 min

Ferner wird dem 33-Jährigen Ex-„Bandidos“-Chef die Beteiligung an einer Schießerei mit einem Rivalen aus der verfeindeten Rockergruppe „Hells Angels“ zur Last gelegt. Im Januar 2019 sollen die Männer zufällig in einem Kölner Steuerbüro aufeinandergetroffen sein. Eine zunächst verbale Auseinandersetzung habe sich in eine körperliche entwickelt. Diese soll schließlich in einer wechselseitigen Schussabgabe am helllichten Tag auf offener Straße in der Kölner Innenstadt gegipfelt sein. Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand.

In einer weiteren Anklage wirft die Staatsanwaltschaft dem 33-Jährigen die Beteiligung an einem bewaffneten Raubüberfall im Februar 2018 auf einen Rösrather Juwelier vor. Mit weiteren Tätern soll der Angeklagte dem Schmuckhändler vor dessen Haus aufgelauert und einen Koffer mit Goldschmuck im Wert von bis zu 300 000 Euro geraubt haben. Ferner legt die Anklage dem Ehepaar verschiedene Betrugstaten, Urkundenfälschungen sowie Inverkehrbringen von Falschgeld zur Last.

Beide Angeklagte gaben bei Prozessbeginn an, sich zu den Vorwürfen nicht äußern zu wollen. Der Prozess ist mit insgesamt 29 Verhandlungstagen bis Ende September terminiert.

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