Caterpillar in Lünen schließt das komplette Werk - Bürgermeister: „Bittere Entscheidung“

dzWerksschließung in Lünen

Verheerende Nachrichten aus der Lüner Wirtschaft: Der Bergbauzulieferer Caterpillar will sein Werk schließen. Mehrere Hundert Mitarbeiter sind betroffen.

Lünen

, 05.03.2020, 12:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Update 15.10 Uhr

Eric Swehla, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungszentrum Lünen GmbH, kommentiert das Aus für Caterpillar so: „Zuallererst denken wir natürlich an die Mitarbeiter und deren Familien – das ist schon ein echter Tiefschlag.

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Auch, weil dort am früheren Standort der Eisenhütte Westfalia das industrielle Herz unserer Stadt lag! Wir sind allerdings auch schon länger in Gesprächen, um Unternehmen auf den von Caterpillar zuletzt nicht mehr genutzten Teilen des Werksgeländes anzusiedeln. Dabei arbeiten wir eng mit der Geschäftsführung von Caterpillar zusammen. Unser Bestreben ist es dort schnellstmöglich neue Arbeitsplätze zu schaffen – für die Caterpillar-Belegschaft und darüber hinaus!“ Swehla betont, man werde nach dem Wegfall des Steag-Kraftwerkes nun mit dem Aus für Caterpillar zwar abermals vor große Herausforderungen gestellt, aber man blicke positiv nach vorne: „Wir werden mit Nachdruck unsere Konzepte für den Wandel zum wissensbasierten Industriestandort bei der Landesregierung vortragen“.

Update 13.15 Uhr

Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns bezeichnet die Entscheidung der Firma Caterpillar als eine „sehr bittere Entscheidung“. Und weiter: „Die Werksschließung macht mich sehr betroffen, weil Arbeitsplätze hier vor Ort verloren gehen werden. Daran hängen auch Schicksale. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer brauchen jetzt unsere Solidarität und Unterstützung. Da ist die gesamte Stadt, wir als Verwaltung und auch die Politik, gefordert.“

Die Stadtspitze habe in der Vergangenheit mehrfach Gespräche mit der Geschäftsleitung geführt. Er bedauere sehr, so der Bürgermeister, dass auch diese Gespräche „am Ende offenbar nicht dazu beitragen konnten, den historischen und identitätsstiftenden Bergbauzulieferer-Standort der ehemaligen Eisenhütte Westfalia hier in Lünen zu erhalten“.

Update 12.45 Uhr:

Die Gewerkschaft IG Metall bezeichnet die Werksschließung als einen „Schlag ins Gesicht für die Belegschaft“.

Andreas Unislawski, Betriebsratsvorsitzender im Lüner Werk, betont: „Die Belegschaft hat in den wirtschaftlich schwierigen Zeiten ihren Beitrag zur Standortsicherung durch Kostenreduzierung und den Verzicht auf Entgelt durch Arbeitsreduzierung geleistet“. Dass es jetzt so komme, sei „ein Schlag ins Gesicht der Mitarbeiter“.

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Martina Vogelgesang, stellvertretende Betriebsratsvorsitzende im Lüner Werk, sagt: „Wir sind tief enttäuscht, eigentlich wollten wir im Jahr 2026 unser 200-jähriges Firmenjubiläum feiern“. Ulrike Hölter, 1. Bevollmächtigte der IG Metall Geschäftsstelle Dortmund verspricht: „Wir werden hart darum verhandeln, um für die Menschen in dieser Situation das Bestmögliche zu erreichen.“

Am Dienstag (10.3.) finde eine bereits geplante Belegschaftsversammlung statt, in der die Geschäftsleitung den Mitarbeitern Rede und Antwort stehen solle.

So haben wir bisher berichtet:

Donnerstagmorgen um 10 Uhr ist die Belegschaft am Lüner Standort zu einer Versammlung um 11 Uhr eingeladen worden. Die Nachricht: katastrophal. Der taumelnde Riese wird sein Lüner Werk komplett schließen. Neben Lünen sind auch die Standorte in Wuppertal und Dortmund betroffen.

Entsprechende Informationen dieser Redaktion bestätigte das Unternehmen am Mittag. Demnach untersuche Caterpillar „für bestimmte Bergbauprodukte strategische Alternativen zur Senkung der strukturellen Kosten und zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit“.

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Wann genau die Standorte geschlossen werden, ist momentan noch nicht bekannt. Laut Unternehmens-Sprecher Eric De Leye beginnen jetzt die Verhandlungen mit dem Betriebsrat.

Klar ist: Lünen verliert dadurch rund 500 Arbeitsplätze, das Unternehmen hatte schon in den vergangenen Jahren immer wieder Stellen gestrichen. Mitarbeiter hatten 2019 bereits die Schließung des Werks befürchtet.

(Zunächst hatten wir berichtet, dass 600 Arbeitsplätze betroffen seien. Das war falsch. Wir bitten um Entschuldigung.)

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