Carola Rackete spendet Preisgeld für Menschen in Libyen

Die Kapitänin Carola Rackete versteht ihre Auszeichnung mit dem Karl-Küpper-Preis als eine Positionierung Kölns und des Kölner Karnevals gegen die AfD. „Sie alle als Komitee und auch als Stadt stellen sich damit deutlich gegen die AfD und Sie zeigen auch: Der Karneval ist wie jede Veranstaltung politisch“, sagte Rackete am Montag in Köln.

19.10.2020, 18:32 Uhr / Lesedauer: 1 min
Carola Rackete schaut in die Kamera. Foto: Oliver Berg/dpa

Carola Rackete schaut in die Kamera. Foto: Oliver Berg/dpa

Der Preis wurde Rackete vom Festkomitee Kölner Karneval und von der Stadt Köln verliehen. Das Preisgeld von 10 000 Euro werde Menschen in Libyen zugutekommen, kündigte Rackete an. Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) sagte: „Sie personifizieren für mich die ausgestreckte helfende Hand eines Europas der Mitmenschlichkeit.“

Rackete war im Sommer vorigen Jahres mit 40 Migranten an Bord in den Hafen von Lampedusa eingefahren, obwohl die italienische Regierung dies verboten hatte. Sie wurde vorübergehend festgenommen. Der Streit mit dem damaligen Innenminister Matteo Salvini schlug international hohe Wellen.

Für die Kölner Karnevalisten war ihre Aktion Grund genug, um sie als erste Person überhaupt mit dem neu gestifteten Karl-Küpper-Preis zu ehren. Damit sollen künftig besonderes Engagement und Zivilcourage ausgezeichnet werden. Karl Küpper (1905-1970) hatte als einer von wenigen Karnevalisten gegen den Nationalsozialismus Stellung bezogen und sich als Büttenredner über die braunen Machthaber lustig gemacht.

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