BVB spielt ohne Zuschauer in Paris: Schwerter Fans müssen enttäuscht zuhause bleiben

dzGeisterspiel

Das Coronavirus macht Schwertern einen Strich durch die Rechnung, die zum Champions-League-Achtelfinale nach Paris wollten. Inzwischen ist auch klar, ob sie auf den Kosten sitzen bleiben.

Schwerte

, 09.03.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Den Tagesausflug hatten die fünf Männer lange geplant: Am frühen Mittwochmorgen wollten sie gegen 7 Uhr nach Paris aufbrechen, abends das Championsleague-Achtelfinale zwischen Borussia Dortmund und Paris Saint Germain schauen, danach mit dem Auto wieder zurück nach Schwerte.

Dass daraus nichts wird, ist seit Montagmittag klar. Das Duell wird als Geisterspiel ausgetragen, so hat es die französische Polizei entschieden. Zu groß sei das Risiko, dass sich das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 noch weiter ausbreitet.

Zeljko Sarcevic hatte den Trip für sich und seine Freunde organisiert. Jeder hatte 75 Euro für die Stadionkarte gezahlt. Dann wären noch die Kosten für die Autofahrt hinzugekommen.

Ohne Spiel müsse man auch nicht nach Paris

Enttäuscht seien er und seine Freunde, schon seit Wochen hätten sie auf den Tag hingefiebert. „Wir hatten auch damit gerechnet, dass wir mit guter Laune wieder nach Hause fahren. Die Spiele vorher liefen ja gut und auch die Hinrunde gegen Paris war top.“ Doch dann kam eben alles anders.

Gemeinsam hatten der Restaurant-Inhaber von „das Lokal“ und seine Begleiter sich dann geeinigt: Niemand fährt nach Paris. „Nur für das Mittagessen hinzufahren macht ja auch keinen Sinn“, scherzt er halb. Vorrangig sei das Fußballspiel gewesen. Und ohne das müsse man eben auch nicht los.

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Ob man die Entscheidung der französischen Polizei in der Gruppe nachvollziehen kann? So richtig einig ist man sich da nicht. „Vielleicht ist es Panikmache, vielleicht ist es aber auch richtig. Wir kennen die Auswirkungen des Virus ja noch gar nicht“, sagt Christian Mreyen, der ebenfalls am Mittwoch im Auto nach Paris gesessen hätte. Zeljko Sarcevic findet deutlichere Worte: „Das ist absolut Panikmache. Dann müsste man ja alle Städte sperren.“

Stattdessen verbringt man den Abend bei Freund Jens Kramer – „mit Pizzaessen auf der Schwerterheide. Ist ja sowieso viel schöner als Paris“, einigt man sich ein wenig wehmütig.

Man habe sich außerdem schon darauf eingestellt, auch kommende Spiele in der Bundesliga eher vor dem Fernseher zu verfolgen als live im Stadion – trotz Dauerkarte. Denn auch bei der DFL spielt man noch mit dem Gedanken, beispielsweise das Derby zwischen dem BVB und Schalke 04 am Samstag ohne Zuschauer auszutragen.

BVB: „Kaufpreis für Paris-Tickets wird erstattet“

Noch am gleichen Tag verkündete der BVB, dass die Fans keinesfalls auf den Kosten sitzenbleiben werden. Auf der Homepage und auf Twitter verkündete der Verein: „Es tut uns wirklich in der Seele weh, dass wir in Paris auf Euch und Euren Support verzichten müssen! Den Kaufpreis fürs Ticket erstatten wir Euch selbstverständlich zurück“.

Jeder Fan, der ein Ticket gekauft hatte, könne in den kommenden Tagen mit einer Nachricht rechnen. Die gibt dann Auskunft, wie und auf welchem Wege die Erstattung erfolgen soll.

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