BVB-Fan aus der Bahn geworfen – Jetzt äußert sich die Polizei zur Schlägerei im Zug

dzBahnhof Aplerbeck-Süd

Wieso wurde am Samstagabend ein BVB-Fan aus der Bahn nach Schwerte geworfen? Wer war der Mann? Sind die Täter gefasst? Am Montag äußerte sich die Polizei zum Vorfall in Aplerbeck-Süd.

Schwerte, Aplerbeck, Dortmund

, 09.12.2019, 14:19 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Wochenende war Vieles unklar gewesen. Ein Zeuge (54) aus Schwerte hatte unserer Redaktion gegenüber den Vorfall geschildert: Erst habe es verbalen Streit in einer rund 15 Mann starken Gruppe gegeben, dann sei es zu einer Schlägerei gekommen. Und kurz vor dem Bahnsteig Aplerbeck-Süd sei dann eine

Tür aufgegangen, und einer der Männer sei auf die Gleise befördert worden.

Am Montag nahm die Bundespolizei, die für alles rund um Züge und Bahnhöfe zuständig ist, nun ausführlich Stellung. Bei den beteiligten Personen soll es sich um BVB-Fans gehandelt haben. Schon kurz nach dem Einsteigen am Stadion sei es offenbar zum Streit gekommen.

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Drei BVB-Fans schlugen 28-Jährigen und stießen ihn gegen die Tür

Drei Fußballfans hätten demnach einen 28-Jährigen aus Hemer angegriffen: erst verbal, später körperlich. Sie schlugen ihn und stießen ihn dann „mehrfach gewaltsam gegen die Zugtür“, heißt es von der Polizei.

Durch diese Gewalteinwirkung seien die Führungsschienen beschädigt worden. Die Tür sprang aus der Führungsschiene heraus, öffnete sich also – und der 28-Jährige fiel ins Gleisbett. Das sei etwa 100 Meter vor dem Bahnsteig in Aplerbeck-Süd geschehen.

Der Lokführer sah auf einer Anzeige, dass eine Tür offen war, machte eine Notbremsung und hielt den Zug am Bahnsteig an. Die drei Fußballfans flüchteten aus dem Zug, wurden aber kurz darauf in der Nähe von Polizisten vorläufig festgenommen. Es handelte sich um Männer aus Beckum und Ennigerloh im Alter von 25, 26 und 41 Jahren.

Polizei stellte „Fahrtenschreiber“ der Regionalbahn sicher

Der 28-Jährige aus Hemer trug „erhebliche“ Verletzungen davon, die allerdings in erster Linie von den Schlägen und nicht vom Sturz aus dem Zug stammen sollen. Der Mann wurde ins Krankenhaus eingeliefert, das er aber am Abend nach ambulanter Behandlung wieder verlassen konnte.

Kriminaltechniker der Bundespolizei ordneten an, dass Spuren an der Zugtür selbst sowie der „Fahrtenschreiber“ des Zuges sichergestellt wurden.

Die Bundespolizei leitete gegen die drei Männer ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung ein. Die Ermittlungen laufen noch.

Die Regionalbahn 53 fährt vom Dortmunder Hauptbahnhof über Signal Iduna Park, Hörde und Aplerbeck-Süd weiter nach Schwerte und Iserlohn.

Auf der Strecke hatten zuletzt wieder die Züge gewechselt. Anfang 2019 hatten dort Züge aus Polen die vorherigen Modelle aus Frankreich abgelöst. Doch die neuen Züge hatten so viele technische Probleme, dass es vor wenigen Wochen einen erneuten Tausch gab: zu Modellen des kanadischen Herstellers Bombardier, die vorher in der Eifel und in Süddeutschland unterwegs waren.

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