Bundesligaspiel in Mönchengladbach wird nicht abgesagt

Ärzte beklagen im Coronavirus-Geschehen den Mangel von Schutzmasken. Schlechte Vorbereitung, kritisiert NRW-Gesundheitsminister Laumann die Arbeitgeber und kündigt Hilfe an. Ein „Go“ gibt er den Fußballfans.

04.03.2020, 10:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) gibt Entwarnung für Fußballfans und Ärzte in Nordrhein-Westfalen: Das Fußball-Bundesligaspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund am Samstag soll wegen des Coronavirus nicht abgesagt werden. Das Gesundheitsamt der Stadt Mönchengladbach sehe keinen Grund für eine solche Entscheidung, sagte Laumann am Mittwoch in Düsseldorf.

Mit einer Großbestellung wolle das Land dafür sorgen, dass es Ärzten und Pflegern bei der Behandlung möglicher Coronavirus-Infizierter nicht an Schutzbekleidung fehlt. Das Land werde eine Million Schutzmasken kaufen, kündigte Laumann an und sparte aber nicht mit Kritik: „Es kann nicht sein, dass die Arbeitgeber im Gesundheitswesen im Arbeitsschutz so schlecht vorbereitet sind wie sie jetzt vorbereitet waren“, sagte Laumann. Arbeitsschutz sei Sache der Arbeitgeber.

„Ich bin jetzt heilfroh, dass wir durch diesen Kauf das Problem lösen als Land. Aber wir lösen es mit Steuergeldern, wo eigentlich andere Strukturen zuständig sind“, sagte Laumann. Krankenhäuser seien kein „kleiner“, sondern ein „professioneller Arbeitgeber in diesem Land“. Es habe ihn „sehr geärgert“, dass sich das medizinische Personal Sorgen wegen fehlender Schutzausrüstung gemacht habe. Diese Sorge sei mit der Großbestellung vom Tisch.

Ärzte aus dem Kreis Heinsberg hatten in einem schriftlichen Hilferuf kritisiert, die Versorgung der niedergelassenen Ärzte mit Schutzmasken sei katastrophal.

Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen mit dem Coronavirus in Nordrhein-Westfalen ist nach Laumanns Angaben inzwischen deutlich gestiegen, nämlich von 101 am Vortag auf 129 Fälle am Mittwoch. Davon seien 87 Infektionen im Kreis Heinsberg festgestellt worden. Bei insgesamt vier Patienten gebe es schwere Krankheitsverläufe.

Mit Blick auf das Bundesligaspiel sagte der Minister, alle Fußballfans, die im vom Coronavirus besonders betroffenen Kreis Heinsberg wohnen, sollen vom Verein das Angebot erhalten, ihre bereits gekaufte Karte für das Spiel zurückzugeben und stattdessen kostenlos ein anderes Spiel der Borussia zu besuchen.

Unterdessen nahm in Düsseldorf ein Diagnostikzentrum unter der Regie niedergelassener Ärzte seine Arbeit auf. Termine für einen Coronatest werden nach Angaben der Stadt Düsseldorf ausschließlich über ein Infotelefon vergeben.

Nach einem Coronavirus-Nachweis an einem Kölner Gymnasium fiel vorerst nur am Mittwoch der Unterricht aus. Ob der Unterricht am Donnerstagmorgen wieder läuft, sollte noch im Laufe des Tages geklärt werden, wie die Stadt Köln mitteilte. Zunächst sollten die Kontaktpersonen des Infizierten ermittelt und möglicherweise weitere Maßnahmen eingeleitet werden.

Weitere Meldungen