Bürgermeister-Stichwahl in Selm: Welche Empfehlungen geben die Parteien ab?

Kommunalwahl 2020

Die Wahlempfehlung der Dortmunder Grünen für den Bürgermeisterkandidaten der CDU hat landesweit für Aufsehen gesorgt. Wer unterstützt in der Selmer Stichwahl wen?

Selm

, 25.09.2020, 08:28 Uhr / Lesedauer: 2 min
Thomas Orlowski (links) oder Michael Zolda? Wer soll Bürgermeister von Selm werden?

Thomas Orlowski (links) oder Michael Zolda? Wer soll Bürgermeister von Selm werden? © Günther Goldstein (Archiv)

Eine Wahlempfehlung aussprechen oder nicht? Die UWG hatte ihre Entscheidung abhängig gemacht von der Live-Diskussion der RN am Dienstagabend. „Uns war besonders wichtig, was die Kandidaten zu Bork sagen würden“, sagte Maria Lipke, die scheidende Fraktionsvorsitzende der Unabhängigen: trotz schmerzhafter Einbußen immer noch die drittstärkste Kraft im Rat mit 4 von 32 Sitzen. CDU und SPD haben jeweils 10.

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Wahlempfehlungen der anderen? Das halten die Selmer Kandidaten davon

Zwei Tage nach dem Gespräch steht fest: Es wird keine Wahlempfehlung geben. „Die haben sich beide nicht klar positioniert“, sagt Lipke. Anders ausgedrückt: Niemand habe einen Abriss der von der Stadt erworbenen Häuser am Kirchring klar ausgeschlossen. „Genau das ist uns aber wichtig. Der Kirchring muss bleiben.“

Doppelte Empfehlung der Selmer Liberalen

Die FDP, die mit zwei Sitzen im neuen Rat vertreten sein wird, möchte Michael Zolda (CDU) als Bürgermeister der Stadt Selm sehen. Das hatte sie am Wochenende in einer Presseerklärung publik gemacht - und favorisiert damit einen anderen Kandidaten als ihr eigener Bürgermeisterkandidat Robin Zimmermann, der jüngst via Facebook zeigte, dass er Thomas Orlowski (SPD) wählen werde.

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„Es wird keine Wahlempfehlung geben“, sagt Marion Küpper von den Grünen in Selm, die mit drei Mitgliedern in den neuen Rat einziehen werden. Damit gehen die Selmer Grünen einen anderen Weg als die Grünen in Dortmund, die den CDU-Kandidaten dort unterstützen. Küpper verweist auf das Ergebnis einer Mitgliederversammlung. Man habe alle Argumente in die Waagschale geworfen, habe sich aber auf keinen der beiden Kandidaten einigen können. Egal wer aber am Sonntag von den Selmerinnen und Selmern gewählt werde: „Wir sind grundsätzlich immer zur Zusammenarbeit bereit“, sagt Küpper, um zum Beispiel wichtige Themen wie den Klimaschutz voranzutreiben.

Palf Piekenbrock: Jeder hat eigene Meinung

Auch die Familienpartei wird keine Wahlempfehlung aussprechen, wie ihr Vorsitzender Ralf Piekenbrock auf Anfrage sagt. „Wir sind der Meinung, dass die Wählerinnen und Wähler in Selm jede/r für sich eine eigene differenzierte Meinung hat und diese auch kundtun wird, unabhängig von irgendwelchen Empfehlungen“, schreibt Piekenbrock in einer Mail. SPD-Kandidat Thomas Orlowski hatte im Live-Talk ein Gespräch mit Piekenbrock erwähnt.

Werner Sell, der für den Verein „Wir für Selm“ das einzige Mandat gesichert hat, hatte ebenfalls mit seinen Vereinskollegen über die Empfehlungsfrage diskutiert - mit klarem Ergebnis. Eine Empfehlung werde es nicht geben. „Wir sind der festen Überzeugung, dass die mündigen Bürger der Stadt Selm von keiner Partei eine Wahlempfehlung benötigen, um den in ihren Augen am besten geeigneten Kandidaten zum Bürgermeister zu wählen.“ Die FDP sei ein Negativbeispiel: „Welcher Empfehlung sollen die FDP-Wähler jetzt folgen, Herrn Schmidtmanns oder Herrn Zimmermanns? Unserer Meinung nach eine Politposse.“

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