Brennerei Ehringhausen erhält für Roggenbrand internationale Auszeichnung

Brennerei Ehringhausen

Die Brennerei Ehringhausen aus Werne hat mit ihren Produkten beim internationalen „World Spirits Awards“ groß abgeräumt. Vor allem mit dem Roggenbrand „Der kleine Lord Nummer 4“.

Werne

, 05.06.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Theres und Georg Glitz-Ehringhausen haben bei einem internationalen Wettbewerb gleich mehrere Preise abgeräumt.

Theres und Georg Glitz-Ehringhausen haben bei einem internationalen Wettbewerb gleich mehrere Preise abgeräumt. © Felix Püschner

Eigentlich hätten die Geschwister Theres (40) und Georg Glitz-Ehringhausen (36) vor ein paar Wochen in Österreich auf einer großen Bühne stehen und im Rahmen einer feierlichen Zeremonie gleich mehrere Medaillen erhalten sollen. Ein kollegialer Austausch mit anderen Vertretern ihrer Branche hätte wohl auch auf dem Programm gestanden. Aber daraus wurde nichts. Die Corona-Pandemie ließ es nun mal nicht zu.

„Stattdessen haben wir die Auszeichnungen und Medaillen in einem kleinen Paket zugeschickt bekommen. Das ist ein bisschen schade - aber wir freuen uns natürlich trotzdem riesig über das Ergebnis“, sagt Theres Glitz-Ehringhausen. Sie und ihr Bruder betreiben seit 2012 die Brennerei am Ehringhauser Weg in Werne. Korn, Gin, Liköre und Co. werden hier produziert. Und mit ihren Produkten haben sie nun beim internationalen „World Spirits Award“ groß abgeräumt.

Der „Kleine Lord Nummer 4“ wurde zum Spirit of the Year 2020 gekürt.

Der „Kleine Lord Nummer 4“ wurde zum Spirit of the Year 2020 gekürt. © Felix Püschner

Anders lässt es sich kaum ausdrücken. Denn für jedes der eingereichten acht Werner Produkte gab es eine Medaille - mindestens Silber. Der „Kleine Lord Nummer 4“ ragte dabei heraus, erntete eine Doppel-Goldmedaille und wurde offiziell zum „Spirit of the Year“ gekürt. Kein schlechtes Ergebnis, wenn man bedenkt, dass die Juroren des Wettbewerbs lediglich 14 der insgesamt 500 Produkte aus 25 Ländern mit diesem Titel auszeichneten.

„Für eine kleine Brennerei wie uns ist das schon ein toller Erfolg. Man sieht dann, wo man steht - und das auch noch im internationalen Vergleich mit Brennereien, die es teils schon seit 100 und 200 Jahren gibt“, sagt Georg Glitz-Ehringhausen. Da dürfe man als relativ junges Unternehmen - die Werner Brennerei gibt es seit 1962 - durchaus ein wenig stolz sein.

Duft und Geschmack - eine Philosophie für sich

Und was macht den „Kleinen Lord Nummer 4“ nun so besonders? Zum einen natürlich der Inhalt, zu anderem aber auch das Handwerk, das dahinter steckt. Auf der Homepage des World Spirit Awards wird der im Eichenfass gereifte Roggenbrand aus Werne - beinahe schon poetisch - so beschrieben:

  • Duft: Spannender Aromabogen, süße Holz-Röst-Aromen, Manner Schnitten-Assoziationen, Vanille, Dörrobst, getreidig-rauchmalzige Basis, jodig-mineralisch, rauchig-holzkohlig, leicht staubig, etwas grüne-Holzwürze, ein Hauch Liebstöckel, Leder.
  • Geschmack: Sehr vielschichtig, erinnert an Islay Whisky, jodig, mineralisch, nussig, Nougat, Karamell, etwas ausgezehrtes Holz, Espresso, Toffee, Rauchmalzsüße, kompakter Körper, dicht und lang, etwas wärmender Nachhall im Finale.

Vom Rohstoff bis zum fertigen Destillat habe es gut viereinhalb Jahre gedauert, erklärt Georg Glitz-Ehringhausen. Man lege natürlich Wert darauf, nur regionale hochwertige Rohstoffe zu verwenden - alles auf Bio-Basis. Und letztlich liege in jeder ihrer Flaschen auch ein Teil ihrer „Philosophie“.

Ob Philosoph oder nicht - kaufen kann man den „Kleinen Lord Nummer 4“ natürlich auch. Zum Beispiel im Hofladen am Ehringhauser Weg. Die 500ml-Flasche kostet 49,50 Euro.

Jetzt lesen
Jetzt lesen

Führungen und Nachfrage in Corona-Zeiten

  • Voraussichtlich Ende Juni können Theres und Georg Glitz-Ehringhausen wieder Führungen und Tastings in der Brennerei anbieten. Zuletzt war das aufgrund der Corona-Einschränkungen nicht möglich.
  • Obwohl Gastronomien und auch Spirituosen-Fachhändler teils lange geschlossen hatten und somit wichtige Abnehmer für die Produkte fehlten, kam der Betrieb in der Brennerei nicht zum Erliegen. Nachfrage gab es vor allem von Apotheken. Die benötigten nämlich Ethanol für die Herstellung von Desinfektionsmitteln.
Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Kaufverhalten bei Bücher Beckmann
Back-Tipps, Krimis und Willi Virus: Diese Bücher kaufen die Werner in der Krise