Brandstiftungs-Vorwurf erzürnt die Verteidigung: „Es gibt nichts Belastbares“

Selmer Autoschieber-Prozess

Begleitet von erneuter Kritik an der Staatsanwaltschaft ist der Betrugs-Prozess gegen einen Familienvater aus Selm auf die Zielgerade eingebogen. Der Angeklagte will sich nicht „verkaufen“.

Selm

, 02.03.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Autoschieber-Prozess findet am Justizzentrum in Bochum statt.

Der Autoschieber-Prozess findet am Justizzentrum in Bochum statt. © Werner von Braunschweig

Im Prozess um eine Serie von betrügerischen Auto-Schiebereien durch einen Familienvater (30) aus Selm haben die Richter am Bochumer Landgericht am Montag bei einem Zwischenfazit durchblicken lassen: Bei weitem nicht alle Vorwürfe der Anklage werden sich am Ende auch in einem Urteil wiederfinden.

Insbesondere bei einem mutmaßlichen Brandanschlag zum Zwecke des Versicherungsbetrugs will sich die Staatsanwaltschaft jedoch nicht auf Kompromisse einlassen.

Während die Richter die Beweislage in diesem Anklagepunkt als dürftig einstuften und eine Verfahrenseinstellung anregten, geht die Staatsanwaltschaft sogar davon aus, dass sich der Brandstifter-Verdacht „erhärtet“ hat.

Die Verteidigung reagierte darauf erneut mit Kritik. „Es gibt in diesem Punkt nichts Belastbares“, hieß es. Der Selmer werde daher auch keine Verfahrenseinstellung akzeptieren, sich „nicht um den Preis der Wahrheit verkaufen“, sondern einen klaren Freispruch anstreben.

Zuletzt hatte Verteidiger Christian Simonis die Staatsanwaltschaft bereits mit Blick auf die zweifelhafte Rolle des wohl wichtigsten Belastungszeugen kritisiert und unverblümt von einem „manipulierten Verfahren“ gesprochen.

Der Selmer hat zugegeben, in den Jahren 2017 und 2018 mehrmals zuvor von ihm angemietete Pkw gegen Provision an einen Bekannten weitergegeben zu haben. Der Prozess wird fortgesetzt.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Astrofotograf erklärt
Lichter am Nachthimmel über Selm: Diese Himmelskörper stecken dahinter