Bonner Bundesbüdchen nach 14 Jahren wieder offen

Nach 14 Jahren ist das Bonner Bundesbüdchen am früheren Bundestag wieder eröffnet worden. „Das ist wunderschön“, sagte Inhaber Jürgen Rausch (64) am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Der unter Denkmalschutz stehende Zeitungskiosk von 1957 gilt als Symbol der Bonner Republik. Wegen des Baus des Bonner World Conference Center hatte er 2006 abgebaut werden müssen.

21.08.2020, 16:02 Uhr / Lesedauer: 1 min
Menschen stehen vor dem Bundesbüdchen. Foto: Oliver Berg/dpa

Menschen stehen vor dem Bundesbüdchen. Foto: Oliver Berg/dpa

Jahrzehntelang versorgten sich Politiker aller Parteien am Bundesbüdchen mit Zeitungen, Gummibärchen, Pommes und Würstchen. Allein Joschka Fischer habe bei ihm jeden Morgen 16 Zeitungen gekauft, sagte Rausch. Bundeskanzler Helmut Kohl ließ Käsebrötchen abholen. ARD-Korrespondent Friedrich Nowottny löste in dem Büdchen eine verlorene Wette aus „Wetten dass..?“ ein, indem er Würstchen verkaufte.

Das Büdchen geht zurück auf Rauschs Mutter. Schon kurz nach Gründung der Bundesrepublik 1949 stand sie zunächst mit einer Obstkarre im gerade erst entstehenden Bundesviertel, dann mit einem Anhängerwagen und ab 1957 schließlich im 20 Quadratmeter großen Pavillon in Form eines geschwungenen Ovals.

Jürgen Rausch übernahm den Kiosk 1984. Als Regierung und Parlament 1999 nach Berlin umzogen, wurde es schwierig für ihn. Schließlich stand der Pavillon dem Bau des Konferenzzentrums im Weg und wurde abgebaut. Er kam zur Zwischenlagerung nach Bornheim - für zwei Jahre, wie es hieß. Daraus wurden 14. Rausch kämpfte zusammen mit einem privaten Förderverein für den Wiederaufbau. Mehrere 100 000 Euro seien dafür nötig gewesen, sagte er am Freitag. Nun steht das Büdchen wieder fast an alter Stelle. Eine Bäckerei übernimmt den Vertrieb. Rausch will aber auch selbst ab und zu wieder die Kunden bedienen. Zielgruppe sind unter anderem die Beschäftigten des UN-Klimasekretariats und der Deutschen Welle.

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