Blumenläden dürfen öffnen: Für Floristen in Selm gibt es aber noch zu viele Unsicherheiten

dzBlumengeschäfte

Seit Montag, 23. März, dürfen Floristen mit strengen Sicherheitsvorkehrungen wieder öffnen. Die Floristen in Selm haben davon bislang keinen Gebrauch gemacht. Sandra Kersting erklärt warum.

von Carina Strauß

Selm

, 27.03.2020, 15:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Laut Erlass der NRW-Landesregierung dürfen seit Montag, 23. März, Floristen unter strengen Sicherheitsvorkehrungen wieder öffnen. Bei einer Tour durch Selm und Bork am Donnerstag fällt auf, dass die Selmer Floristen von der neuen Regelung noch keinen Gebrauch gemacht haben.

Sei es Blumen Kersting, Wulfert, Ahland oder Silvis Blumeneck: Überall hängen Schilder an den Türen, dass die Geschäfte geschlossen sind. „Wir könnten öffnen. Die Frage ist, wie wollen wir das eingrenzen“, erklärt Sandra Kersting, die zusammen mit ihrem Mann ein Blumengeschäft in der Selmer Altstadt führt.

Für die Floristen stellen sich derzeit noch ganz grundlegende Fragen: „Wie kann ich die Kunden leiten? Ich habe keine Gänge wie im Supermarkt. Oder was mache ich, wenn auf einmal fünf Leute im Laden stehen? Ich habe im Moment niemanden, den ich vor den Laden stellen kann, der schaut, wie viele Leute reinkommen“, gibt Sandra Kersting zu bedenken.

Austausch mit Kollegen in der Stadt und in anderen Orten

„Die Frage ist ja auch, wenn ich einen Blumenstrauß für einen Kunden binden soll, wo steht er, wo stehe ich? Dabei gehe ich um den Tisch herum, um verschiedene Möglichkeiten zu zeigen. Wie ist das dann mit dem Abstand?“

Doch Sandra Kersting und ihr Mann stehen damit nicht alleine. „Wir stehen im engen Kontakt mit Wulfert und Ahland und wir alle machen uns Gedanken, wie es weitergehen könnte.“ Auch mit Kollegen aus anderen Orten stehe man im Austausch, um zu sehen, „wie machen die das?“

Der Floristin stellen sich aber noch ganz andere, praktische Probleme: „Man hat mir gesagt, dass Plexiglasscheiben derzeit nicht lieferbar sind.“ Ohne diese kann sie zunächst gar nicht wieder öffnen. Zudem gibt Sandra Kersting zu bedenken, dass die Kunden bei einer Öffnung des Ladens wahrscheinlich das übliche Sortiment erwarten würden. Das sei aber derzeit gar nicht so einfach zu beschaffen: „Auch das Angebot im Großmarkt ist derzeit begrenzt.“

Lieferservice in Corona-Zeiten zu den Kunden nach Hause

Und jetzt? Möglichkeiten, auf einen Online-Shop auszuweichen, wie zum Beispiel beim Hellweg-Baumarkt, gibt es bei den kleinen Läden nicht. Aber auch Blumen Kersting liefert zu den Kunden nach Hause: „Wir liefern nach wie vor. Sträuße, Topfpflanzen, Gestecke, alles was gebraucht wird“, sagt Sandra Kersting. „Wer etwas braucht kann sich immer bei uns melden, auch bei den Kollegen.“

Ihre Stammkunden, von denen die Floristin auch meist genau weiß, wie sie ihre Sträuße gebunden haben möchten, nutzen diesen Service schon. Auch Auftragsarbeiten, die bereits vor der Corona-Krise oder auch aktuell bestellt werden, bearbeiten die Kerstings ganz normal. „Man möchte ja auch arbeiten und ein bisschen Normalität haben“, sagt Sandra Kersting.

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